Molnár Antal: Egy raguzai kereskedőtársaság a hódolt Budán - Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez 2. (Budapest, 2009)
A Bona–Bucchia Társaság története - A társaság budai működése és felszámolása
116 der Summe fälschlicherweise in den Kredit des Batschkaer Emin Pervane einberechnet.164 In dieser Angelegenheit konnte er nur gegen Ende des Jahres ein Ergebnis erzielen. Damals erhielten die Dörfer Syrmiens - was bei Zwangskrediten übrigens eine übliche Methode war - einen Teil des Geldes aus dem haras in Belgrad zurück. All dies war natürlich nicht umsonst: Im September und Oktober gab er acht Beamten Geschenke im Wert von 2.293 Taler. Laut Abrechnung war das deutlich mehr, als der ausbezahlte Betrag, was allerdings nicht mit der Ungeschicktheit von Zamagna zu erklären ist, sondern mit der Strategie, die die Republik Ragusa bei solchen Angelegenheiten anwandte. Die Führung des Stadtstaats strebte danach, dass die Rechtssicherheit und die Privilegien der im Osmanischen Reich tätigen Kaufleute keinen Schaden nahmen: Eine nicht bezahlte Schuld des Fiskus oder ein unrechtmäßig eingetriebener Zoll verletzte dieses Prinzip, weswegen die Kaufleute oder die Gesandten um jeden Preis oder um Kosten, die den Verlust überstiegen, dazu verpflichtet waren, derartige Missbräuche zu bekämpfen.165 Mit Pervane war die Lage noch schwieriger. Wie schwerwiegend die Situation war, zeigte die Tatsache, dass Zamagna, nach der erfolglosen Entsendung seines Dieners Josef, zur Jahreswende 1592/1593 in Begleitung eines Tschausch persönlich in die Batschka reiste, um das fälschlicherweise dem Emin überwiesene Geld wiederzubeschaffen. Schließlich konnte er nur kaum mehr als ein Viertel der Schulden, nämlich 652 Taler, eintrieben, obwohl er im Dezember 1593 noch einmal seinen Diener Josef in die Batschka schickte. Laut Rechnungsbuch kam er im Januar 1593 auch nach Becskerek und Temeschwar, in der Schuldenangelegenheit des Paschas von Temeschwar und des Begs von Modava hatte allerdings auch er kein Glück. Zamagna lief natürlich den Schuldner in den Provinzstädten nicht selbst nach, diese Arbeit überließ er vielmehr den Dienern. Jerko, Josef und Stjepan reisten permanent zweieinhalb Jahre lang auf den Wegen des osmanischen Ungarn, um die Außenstände einzutreiben. Um dem Ganzen Nachdruck zu verleihen, waren sie immer im Besitz einer Zahlungsaufforderung des Paschas oder des kethüda und machten sich in Begleitung eines Tschausch auf den Weg. Ihre Effizienz bzw. ihre Ineffizienz offenbart die Tatsache, dass sie mehrmals nach Szekszárd, Sziget, Fünfkirchen und Weißenburg gehen mussten und in der Regel nur Teilbeträge eintreiben konnten. Manchmal kamen sie auch mit leeren Händen nach Ofen zurück. So erging es Diener 164 Ein dem Fiskus gewährter Zwangskredit war keineswegs eine einzigartige Erscheinung in der osmanischen Finanzverwaltung. Diese Methode der Geldbeschaffung wurde gerade zur Wende der 1580er/l 590er Jahre zu einem allgemeinen Phänomen (siehe Fodor, Pál: Vállalkozásra kényszerítve. Az oszmán pénzügyigazgatás és hatalmi elit változásai a 16-17. század fordulóján [Zum Unternehmertum gezwungen. Wandel in der osmanischen Finanzverwaltung und Machtelite an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert] (= História Könyvtár. Monográfiák, 21). Budapest 2006, S. 150-156). 165 Für diese Anschauung dient das Ragusaner Verhalten beim Belgrader Kapellenzwist und beim Zolldisput von Waizen (Vác) als gutes Beispiel: Molnár, Antal: Struggle for the Chapel of Belgrade (1612-1643). Trade and Catholic Church in Ottoman Hungary. In: Acta Orientalia Academiae Scientiarum Hungaricae, 60 (2007), S. 73-134.