A budai mészárosok középkori céhkönyve és kiváltságlevelei - Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez 1. (Budapest, 2008)

AUFSÄTZE

Fremdsprache bei unterschiedlichen mutter- und zielsprachigen Phonemsystemen be­legt (ein solcher Schreibfehler unterläuft deutschen Schreibern nicht). 14 Die Beobachtung, dass Schreiber C Ungar war, ermöglicht einige Schlüsse auf den Gebrauch der Namen im Zunftbuch. Die gleiche Person wird oft mit zwei oder drei Namen erwähnt. 15 Steffan Cherbokor/Czerboker öfter als Stephan Himperger, Tho­man Hacker als Thoman Meixner usw. Welcher Name in diesen Fällen in den Einträgen erscheint, hängt bei bestimmten Namen von den Sprachkenntnissen des Schreibers (bzw. des Diktierenden) ab. Schreiber C bemüht sich sichtlich um eine adäquate deutsche Schreibweise. Neben Farkachs usw. und der üblichen Form Vago Janus nennt er letzteren zweimal Hanns Vago (26 v ). Im Falle ungarischer sprechender Familiennamen verwendet er aber für alle drei Namen ausschließlich die ungarische lexikalische Variante, wo im Zunftbuch ansonsten auch eine entsprechende deutsche belegt ist: bei Nemes ember (7), Koach (3) und Cherbokor (11 ). Schreiber D, ein deut­scher Muttersprachler (er schreibt czerboker usw.), wechselt sogleich auf die Variante Edelman. Die Variante Nemesch ember/Nemes ember ist im weiteren Text lediglich zweimal belegt. Die ungarischen und deutschen lexikalischen Varianten von Czerbo­ker (Himperger) und Koacz (Schmidt) wechseln bei den deutschen Schreibern des Zunftbuches. Ob die deutschen Schreiber ungarisch (sprechen) konnten, lässt sich anhand des Zunftbuches nicht entscheiden. Kubinyi weist nach, dass Cherbokor Ungar war. 16 Nimmt man an, dass deutsche Schreiber (oder Diktierende) deshalb die Variante Czer­boker verwendeten, weil er Ungar war und gewöhnlich Cherbokor genannt wurde, dann liegt es nahe, dass einerseits auch Koach (in deutscher Schreibweise Koacz) Ungar war, 17 andererseits die Namenvarianten Himperger und Schmidt Übersetzungen von ungarischkundigen deutschen Schreibern oder Diktierenden sind. Diese Annahme ermöglicht nicht die Bestimmung der Nationalität der im Zunftbuch (teilweise auch) mit ungarischen Namen vorkommenden Personen (Wolasch Sybnbürger, Hanns Bodo, Nemesember usw .). Sie weist lediglich daraufhin, dass die Namensverwendung auch von der Sprachkompetenz der Schreiber/Diktierenden abhängen kann. 18 14 Schreiber C mag auch im Schreiben lateinischer Texte nicht besonders geübt gewesen sein: [k] gibt er wie in deutschen und ungarischen tendenziell auch in lateinischen Wörtern mit <k> wider (Okuly, Judika, Jakab, Invoka), wo die weiteren Schreiber des Zunftbuch ausschließlich das aus den lateinischen Quellen bekannte <c> benutzen: 5 Oculi, 2 Okuli, 3 ludika bzw. Invoka, 6 Jakab, 1 Jacab. Von Schreiber C wissen wir ferner, dass Abrechnungen der Zunftmitglieder auch in seiner Stube stattfinden konnten (Fol. 28 r ). 15 KUBINYI, ANDRÁS: Die Fleischerzunft zu Ofen im Mittelalter. (Siehe den Artikel im vorliegenden Band, Anm. 89. 16 Ebenda, Anm. 85. 17 Anderer Meinung ist Kubinyi (ebenda, Anm. 100). 18 Kubinyi erwähnt, dass Hanns Kren und Wolfgang Feiertag in zwei weiteren Quellen mit ungarischen Namen (Thorma, Innep) vorkommen. Auch diese Verteilung lässt sich mit der evtl. deutschen Sprachkompetenz der ungarischsprachigen Schreiber erklären. Geht man davon aus, dass die mit ungarischen und deutschen Namenvariante bekannten Personen dann zu einer der beiden 'Nationalitäten' gehören, wenn ihr deutscher bzw. ungarischer Name von Schreibern mit der gleichen

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