A budai mészárosok középkori céhkönyve és kiváltságlevelei - Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez 1. (Budapest, 2008)

AUFSÄTZE

Die Schreiber des Zunftbuches mit deutscher Muttersprache (alle Hände bis auf C) schreiben den süddt. Schreibgewohnheiten des frühen 16. Jh. entsprechend, nicht besonders sorgfältig. 19 Sie unterscheiden <ei> (altes î) und <ai> (altes ei), den dialek­talen bilabialen Reibelaut geben sie bald mit <b>, bald mit <w> wider (Bodo~~Wodo, gebesen-gewesen usw.)" und weitere (ost)bair. dialektale Merkmale erscheinen in ih­rer Schrift: <ue> für altes uo (Rueprecht-Ruprecht) , <kch> für die velare Affrikate im Silbenauslaut bzw. in intervokalischer Position (pannkch-pank, Hakkcher-Hakker usw.), die Bezeichnung entrundeter Vokale (kreicz, 107 v ), <p> für den stl. bair. Plosiv an Stellen, wo heute standarddt. <b> steht {perig, pankusw.). Konsequente individuel­le Schreibungen lassen sich in Einzelfällen lexemgebunden nachweisen. Exempla­risch sei hier der Name 'Stefan' erwähnt, den Hand D konsequent in der Form Schteffan, weitere Hände ebenfalls konsequent als Steffan oder Stephan schreiben. Eine Bedingung für die über die obigen Feststellungen hinausgehende sprachliche Analyse ist die möglichst klare paläographische Bestimmung der Beiträge der einzelnen Hände, was allerdings aufgrund der Art der Führung des Zunftbuches (die Vermerke auf demselben Folio, oft auch in derselben Zeile werden manchmal von verschiedenen Schreibern eingetragen) kaum möglich erscheint. Muttersprache (z.B. Deutsch) wie die betreffende Person jeweils nur in der einen (z.B. deutschen), von Schreibern mit abweichender Muttersprache (z.B. Ungarisch) zumindest bei sprechenden Namen nicht ausschließlich in der ihrer Muttersprache (im obigen Beispiel: Ungarisch) entsprechenden Variante benutzt wird, dann liegt es nahe, Hanns Kren und Wolfgang Feiertag, die (der ungarische) Schreiber C nur mit diesen Namen kennt, als Deutsche einzustufen. Da Kren allerdings in der Urkunde N° 18 in dieser Edition und Kren bzw. Feiertag in den Weinzehrt-Zusammenschreibungen nur mit ungarischem Namen (Thorma, Innep) vorkommen und die Schreiber aller drei Dokumente Ungarn waren (siehe die Studie von Végh in diesem Band) ist Szakály gleicher Meinung (SZAKÁLY, FERENC: A forrásokról és a sajtó alá rendezés módjáról. [Über die Quellen und die Art und Weise der Publikation]. In: SZAKÁLY, FERENC/SZŰCS, JENŐ: Budai bortizedjegyzékek a 16. század első harmadából [Die Ofener Register des Weinzehntes aus dem ersten Drittel des 16. Jahrhunderts] (= História Könyvtár-Okmánytárak, 4). Bu­dapest 2005, S. 37) meint, der Schreiber der Zusammenschreibung von 1510 war ein Deutscher. Seine Folgerung ist falsch. Viele Schreibungen lassen sich nur mit der ungarischen Muttersprache des Schreibers erklären, während das von Szakály erwähnte aput nicht zwingend mit der deutschen Muttersprache des Schreibers erklärt werden muss. Vgl. SZAKÁLY/SZÜCS 2005), liegt es nahe, dass Schreiber (oder vielleicht auch Sprecher) sprechende Namen aus anderen Sprachen manchmal in ihre Muttersprache übersetzten. 19 D.h. mit Verschreibungen (z.B. pankt, toboldt, de, feugner, screiber usw.) bzw. mit variabler Schreibung derselben Wörter. (Zu den süddt. Schreibgewohnheiten siehe REIFFENSTEIN, INGO: Aspekte einer bayerischen Sprachgeschichte seit der beginnenden Neuzeit. In: BESCH, WERNER (et al.) (Hrsg.): Sprachgeschichte. Ein Handbuch zur Geschichte der deutschen Sprache und ihrer Erforschung. HSK. 2.3. Berlin-New York, de Gruyter 2003, S. 2943-2971). 20 Siehe dazu TAUBER, Mundart S. 132f. bzw. S. 138f.

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