A budai mészárosok középkori céhkönyve és kiváltságlevelei - Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez 1. (Budapest, 2008)
AUFSÄTZE
JÁNOS NÉMETH DIE SPRACHE DES ZUNFTBUCHES UND DER ZUNFTURKUNDEN DER FLEISCHHACKERZUNFT ZU OFEN Die Sprache des Zunftbuches Das Zunftbuch der deutschen Fleischhacker von Ofen enthält Einträge von 1500 bis 1529. Es handelt sich größtenteils um Abrechnungen (d.h. Aufzeichnungen der Geldleihen an Zunftmitglieder und deren Abzahlung in Raten usw., s. Vorwort zu dieser Edition), zu einem geringen Teil um Aufzeichnungen von Zunftregeländerungen. Seinem Rechnungsbuch-Charakter entsprechend wird das Zunftbuch nicht kontinuierlich von einer Hand geführt, selbst Vermerke auf derselben Seite stammen oft von verschiedenen Schreibern (z.B. die Geldleihe wird von einem Schreiber vermerkt, ihre Rückzahlung von einem anderen usw.). Denn an einzelnen Tagen werden jeweils nur kurze Textpassagen eingetragen. Möchte man Aussagen über die Sprache des Zunftbuches treffen, so gibt es eine wesentliche Voraussetzung (da Sprache immmer personengebunden ist) : die Abgrenzung der Schreiberhände. Dies ist aber nicht immer möglich. Denn die Schrift zweier Schreiber kann einander so ähnlich sein, dass sie nicht als zwei unterschiedliche Schriften erkannt werden; andererseits kann die Schrift desselben Schreibers in den zu unterschiedlichen Zeiten eingetragenen Textteilen sowohl im Duktus wie auch in der Buchstabenform variieren. Die Änderung der Tintenfarbe (vgl. 19 r ) verrät keinen Schreiberwechsel. Auch die Ermittlung von Textteilen, die von ein und demselben Schreiber stammen, aber durch Einträge weiterer Schreiber unterbrochen werden, ist kaum möglich. Die Schreiberhände können deshalb nur annäherungsweise (als Arbeitshypothese) getrennt werden. Mit den Einträgen von hypothetischen Schreibern korrelierende sprachliche Merkmale, die mit einem Schreiberwechsel am besten erklärt werden können, fasse ich als Stützen der paläographischen Schreibertrennung auf. Diese Argumentation sei an einem Beispiel vorgestellt. Bis zum Folio IT sind wahrscheinlich vier Schreiber tätig. Schreiber A trägt einen Satz auf das l 1 ein. Seine Schrift ist rechtsschräg ausgerichtet, er schließt den oberen g-Bogen ( 1 Beleg) nicht, der h-Bogen wird bei ihm unter der Zeile nach links ausgezogen (1 Beleg). Das r besteht immer aus Schaft und Fahne, wobei das untere Schaftende umgebrochen und kurz nach oben zurückgezogen wird. Von Schreiber B stammen die Folien 2 r , 3 r , 13 v . Das h und das 3-förmige z haben bei ihm durchgezogene Schleifen an den Unterbögen. Neben dem r aus Schaft und Fahne erscheint auch ein 'rundes r', das aus einem kurzen Querstrich