Szita László (szerk.): Tanulmányok a török hódoltság és a felszabadító háborúk történetéből. A szigetvári történész konferencia előadásai a város és vár felszabadításának 300. évfordulóján, 1989 (Pécs, 1993)

I. Tanulmányok a török alóli felszabadító háború kérdéseiről - LUDWIG HÜTTL: Die Türkenkriege aus der Sicht des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation

protestantischen Fürsten im Kampf um Ungarn benötigte, wurde diese Gleich­stellung aber nicht lange durchgehalten. Hervorgehoben wurde deshalb die „Ungläubigkeit" der Türken, gegen die sich die „ecclesia militans", die kämpfen­de Kirche, zu wehren habe. Das osmanische Staatswesen und die Herrschaft des Sultans wurden als unrechtmäßig und als Tyrannei und Willkürherrschaft aufge­faßt. Im Jahr 1529 war der „blutgierige Christentiger" Soliman IL, so Abraham a Sancta Clara, ein Prediger des Barock in bildhafter Sprache, sogar bis unter die Mauern Wiens vorgestoßen. Obwohl der Sultan den Fall der Stadt nicht er­reichte, 40 blieb im ganzen Deutschen Reich die Erinnerung an die Schreckens­monate noch lange bestehen. 1683, so Paler Abraham a Sancta Clara 41 , habe der „Ottomanische Erbfeind" ganz Ungarn und auch Österreich 42 neuerlich mit „unglaublicher Kriegsmacht überschwemmt" und weit über 100 Städte, Märkte, 43 Schlösser und Dörfer in Schutt und Asche gelegt. Kritisiert wurden von katho­lischen Predigern die „allgemeine Lähmung und Bestürzung" und die kleinliche Eifersucht mancher deutscher Fürsten, die eine rasche Hilfeleistung zugunsten Ungarns verzögerten. Statt dessen sei es notwendig, in „Eile ohne Weile" den „Türkischen Erbfeind" zu bekämpfen. 44 Lange genug hätten der Zwiespalt in Deutschland, Rebellion und Eifersucht gegen das Haus Habsburg, Uneinigkeit unter den christlichen Fürsten und das Wohlwollen Frankreichs gegenüber der Hohen Pforte dem Feind geholfen. Ein Ort nach dem anderen sei dadurch zug­runde gegangen. Als Hauptursache für die Erfolge der Osmanen in Ungarn und für die zweimalige Türkenbelagerung Wiens aber sei das üble moralische Verhal­ten der Christen. Die Christen würden nicht nach ihrem Glauben leben. Die Sünden der Christen zögen die Strafe Gottes nach sich: den Einfall der Osma­nen. Denn „nach dem S im ABC folgt das T, und nach der Sünde folgt der Tür­ke", so Abraham a Sancta Clara. 45 Er rief deshalb zur moralischen Umkehr, zur Besserung des Lebenswandels, zur Einigkeit der christlichen Fürsten, alle Chris­ten zu Gebet und Opfer auf, damit Gott den Christen wieder gnädig sei und ihnen zum Sieg verhelfe wie dereinst 1571 bei Lepanto, 1664 bei St. Gotthard an der Raab 46 und 1683 bei Wien. Das Reich solle sich mit dem Kaiser vereini­gen, und die christlichen Soldaten sollten ihre „unsterbliche Tapfer- keit" dem osmanischen Erbfeind spüren lassen. Um etwaigen Einwänden vorzubeugen, ver­sicherte der Prediger, das Haus Habsburg krümme keinem deutschen Fürsten ein „Haar", es versuche keineswegs, seine Macht zu mehren, sondern habe nur die Ehre Gottes, den Nutzen der Kirche, den Wohlstand des Römischen Reiches und den Schutz Deutschlands vor Augen. 47 Wie Papst Innozenz XL, und der päpstli­48 che Legat Pater Marco d'Aviano sah auch Pater Abraham a Sancta Clara, um nur einige Namen zu nennen, im Kampf gegen die Osmanen ein Wiederaufleben

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