Szita László (szerk.): Tanulmányok a török hódoltság és a felszabadító háborúk történetéből. A szigetvári történész konferencia előadásai a város és vár felszabadításának 300. évfordulóján, 1989 (Pécs, 1993)
I. Tanulmányok a török alóli felszabadító háború kérdéseiről - LUDWIG HÜTTL: Die Türkenkriege aus der Sicht des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation
des Kreuzzugsgedankens. Das Ziel des Kampfes müsse die Stadt Konstantinopel (Istanbul) sein, die „prächtige Herrscherin im Orient", und der Zugang zu dem von den Osmanen beherrschten Heiligen Land. „Mit blutigen Tranen" müsse man beweinen, daß sich dieses noch in den Händen der Osmanen befinde. 49 Auch das Wiener Belvedere des Prinzen Eugen von Savoyen 0 war nach Osten gerichtet: Der Blick sollte von hier aus, so seine architektonische Programatik, bis an die Tore Konstantinopels gehen, dem großen Ziel, das über die Rückeroberung Ungarns hinausging. Denn solange Konstantinopel nicht erreicht sei, werde Ungarn immer wieder bedrängt. Entscheidend aber sei die göttliche Hilfe, die durch Mariens, der Heiligen und Engel Fürbitte erfleht werden solle, eine typisch gegenreformatorische Programatik. 51 Ganz bewußt entstand nach dem Entsatz Wiens 1683 und der Rückeroberung Ungarns in den folgenden Jahren rund um Wien eine Reihe von Marienwallfahrtsstätten, und 1697 ließ Kaiser Leopold I. das hochverehrte ungarische Marienbild Maria Pötsch nach Wien bringen im Zeichen der Hilfe Mariens in den neuerlichen Kämpfen des Prinzen 52 Eugen von Savoyen mit den Osmanen. Vielerorts wurden Türkengebete, Türkenpredigten, 53 Türkenprozessionen und Türkenwallfahrten abgehalten und Türkenglocken geläutet. 54 Nicht nur in den unmittelbar gefährdeten Nachbargebieten, sondern auch in verschiedenen katholischen Territorien des Reiches spielte die Auseinandersetzung mit der Türkengefahr in Predigt, Katechese, Pastorale, in Flugschriften und Büchern im Rahmen der Gegenreformation eine bedeutende Rolle. Selbst Reformvorschläge des Reichskriegswesens 55 wurden diskutiert, um genügend Mittel aufzubringen, die eine erfolgreiche Abwehr und einen erfolgreichen Gegenstoß finanzieren und ermöglichen sollten. Ungeachtet der Antihaltung gegenüber dem osmanischen Reich und dem Islam war man doch, wie die uns überlieferten Schriften zeigen, im Deutschen Reich einaßgermeen gut über den Staatsaufbau, das Timarsystem, das Militärwesen und die religiösen Welt- und Wertvorstellungen des osmanischen Reiches informiert. 56 57 Nach der Rückeroberung Ungarns seit den 80er Jahren wandelte sich Ende des 17. und besonders in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts das Türkenbild. Das Abendland und die christliche Religion haben sich als Sieger erwiesen. Kai58 ser, Fürsten, Generale, Adelige, die an den Türkenkriegen beteiligt waren, ließen sich im Gewand und in der Haltung antiker Triumphatoren darstellen. Zu ihren Füßen lag meist gefesselt der besiegte Türke. Die Sieger zeigten sich auch als Jupiter, Apoll oder Herkules; und der Türke wurde als Hydra oder Nemeischer Löwe zu seinen Füßen dargestellt. In Allegorien und Historienbildern, so