Szita László (szerk.): Tanulmányok a török hódoltság és a felszabadító háborúk történetéből. A szigetvári történész konferencia előadásai a város és vár felszabadításának 300. évfordulóján, 1989 (Pécs, 1993)
I. Tanulmányok a török alóli felszabadító háború kérdéseiről - LUDWIG HÜTTL: Die Türkenkriege aus der Sicht des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation
ten teilweise große Bedenken, den Kaiser in der Ungarnfrage vorbehaltlos zu unterstützen, konnte doch ein Machtzuwachs des Kaisers möglicherweise ungünstige Auswirkungen auf ihre Position im Reich haben. Die mittleren und kleineren Reichsstände, insbesondere des schwäbischen und fränkischen Kreises, 15 unterstützten dagegen die kaiserlichen Bemühungen auf den Reichstagen und Kreistagen, das Reich im Kampf gegen die Osmanen wie gegen Frankreich zu einen, war doch ein mächtiger Kaiser der einzige starke Garant ihrer eigenen Sicherheit. Denn die größeren Reichsstände entwickelten insbesondere seit der Reformationsepoche und dem Dreißigjährigen Krieg verschiedentlich Pläne zur Säkularisierung und Mediatisierung von mittleren und kleineren Reichständen zu ihren eigenen Gunsten. Wenn überhaupt, dann konnte nur der Kaiser die Verwirklichung derartiger Pläne verhindern oder zumindest beschränken. Aus der Sicht der mittleren und kleineren Reichsstände bedurfte es folglich eines - allerdings in Maßen - machtvollen Kaisers, der in der Lage war, sie selbst zu schützen. Es lag somit prinzipiell in ihrem eigenen Interesse, den Kaiser sowohl in seinen Auseinandersetzungen mit Frankreich und dessen Verbündeten wie mit dem osmanischen Reich zu unterstützen. Für den habsburgischen Kaiser gab es verschiedene Möglichkeiten, die Hilfe der deutschen Reichsstände im Kampf gegen die Osmanen zu mobilisieren: 1. Bilaterale Verträge mit einzelnen Reichsfürsten, 16 2. Multilaterale Verträge mit verschiedenen Gruppen von Reichsständen, 17 3. Einberufung eines Reichstages, auf dem die Vertreter des gesamten Reiches die Türkenfrage behandelten. Letzteres war in der Regel ein schwieriges Unterfangen, da die Reichsstände ihre Hilfeleistungen zumeist von Zugeständnissen des Kaisers in aktuellen politischen und religiösen Fragen abhängig machten. Die Verhandlungen zogen sich oft monatelang hin, ehe ein entsprechender Beschluß über die „Türkenhilfe", die notwendige Finanzierung, die Größe des Reichsheeres, die Zahl der Kavallerie, Infanterie, die Beschaffenheit und Zahl der Kanonen, der Munition, der Lafetten und sonstigen Transportmittel zustande kam. Um den Reichsbeschluß in die Tat umzusetzen, fehlte dem Kaiser jegliches Machtmittel. Er war allein auf die freiwilligen Aktivitäten der einzelnen Reichsstände angewiesen. Diese waren wiederum in zehn Reichskreisen 19 zusammengeschlossen, deren Aufgabe es war, die auf dem Reichstag beschlossenen Truppen aufzustellen und zu versorgen, die Kommandostruktur aufzubauen und die Instruktionen für die Generalität auszuarbeiten. Da die Reichskreise aus Mitgliedern von ganz unterschiedlicher Stärke