Füzes Miklós: Valami Magyarországon maradt - Etwas blieb daheim in Ungarn. A kitelepített magyarországi németek beilleszkedése Németországban - Eingliederung der vertriebenen Ungarndeutschen in Deutschland (Pécs, 1999)

III. Személyes átélés - Nemzeti hovatartozás

Deutschland zurück. „Ich war in Belgien verwundet worden. Von dort kam ich nach Garmisch-Partenkirchen ins Lazarett. Von da sind wir in die Gefangenschaft gekom­men. In die amerkianische Gefangenschaft. Dann wollten wir heim. Es hat geheis­sen: Amnestie. Ein jeder kann nach Hause. Wir, die Ungarischen, waren im Lager. Dann bin ich bis an die Enns gekommen. Sie sollten uns den Russen übergeben. Es kamen Schwarzfahrer, die Schwarzhandel betrieben haben, aus Ungarn nach Öster­reich. Ein jeder in unserem Viehwagen hat gesagt: Ihr geht nicht nach Hause, ihr kommt nach Rußland... Ihr werdet mißhandelt, ihr kriegt Schläge usw. Dann bin ich nachts um 3 Uhr aus dem Zug raus, abgehauen." Aus Frankreich, aus amerikanischer Gefangenschaft, kam auch Andreas Netz­kar nach Deutschland. Er war in die Waffen-SS rekrutiert worden. Er rückte in Budapest ein, von dort wurde er nach Böhmen und später nach Mähren zur Ausbildung verbracht. Den Rückzug erlebte er Mitte Januar 1945 in Elsaß-Loth­ringen. Er kam über den Rhein bis nach Nürnberg, wo er in amerikanische Gefan­genschaft fiel. Mit einem Arbeitsbataillon kam er nach Mannheim. Im Herbst 1944, als sich die Ostfront bereits Ungarn näherte, nahm die Auswanderung aus der Heimat im Kreise der Zivilbevölkerung riesige Ausmaße an. Auch das Schicksal der vom Volksbund unterhaltenen Schulen war besiegelt. In einigen Fällen sorgten die Leiter der Schulen für die gruppenweise Rettung der Schüler. Die Schüler der Bürgerschule in Németbóly (Komitat Baranya) wurden von Andreas Schmidt auf ihrer abenteuerlichen fahrt nach Deutschland begleitet. Heinricht Becht, Schüler der siebenten Klasse des Gymnasiums in Pécs, machte eine ähnliche Reiseroute, aber vielleicht wegen seines Alters noch abenteuerlichere Monate mit. „Ich habe auch erlebt, als im Jahre 1944 der ungarische Putsch durch Horthy im Radio angekündigt worden ist. Es waren schon einige kritische Stunden. Bis sich am Nachmittag das ungarische Militär in Fünfkirchen auf deutsche Seite stellte. Dann ist wieder Ruhe eingekehrt. Für uns hatte es aber zur Folge, daß wir, das ganze deutsche Gymnasium, kurz darauf mit einem Sonderzug nach Deutschland gebracht wurden. Auch die Schüler des Jakob-Bleyer-Gymnasiums in Budapest wurden gemein­sam evakuiert. Ein Schüler der fünften Klasse, Josef Brasch, war einer der Eva­kuierten. Wegen seines Alters erinnert er sich aber nur an die wichtigsten Ereignisse: Auch dieses Gymnasium ließ sich im Sudetenland nieder. Dann zogen sie am 30. April 1945 von Prag nach Österreich weiter. Nach dem Einzug der Amerikaner ver­ließ er seine Kameraden und flüchtete im Frühjahr 1945 nach Oberösterreich, um zu Fuß seinen Großvater in Weibach aufzusuchen. Im Herbst 1945 kehrte er mit seiner Familie nach Ungarn zurück. 1946 wurde er mitsamt seinem Goßvater und zwei Brüdern nach Deutschland ausgesiedelt. Ihnen folgte auch ihre Mutter, die wegen ihrer Mitgliedschaft im Volksbund eingesperrt und erst 1946 freigelassen wurde. Der Vater war 1943 als Soldat der 2. Ungarischen Armee am Don gefallen.

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