Füzes Miklós: Valami Magyarországon maradt - Etwas blieb daheim in Ungarn. A kitelepített magyarországi németek beilleszkedése Németországban - Eingliederung der vertriebenen Ungarndeutschen in Deutschland (Pécs, 1999)

III. Személyes átélés - Nemzeti hovatartozás

Irreale Vorstellungen von der Heimkehr Der überwiegende Teil der mit Heimweh kämpfenden, vertriebenen Ungarn­deutschen ließ die durch den „kalten Krieg" bewirkte, immer tiefer werdende poli­tische Kluft außer acht und suchte nach verschiedenen Möglichkeiten, nach Ungarn zurückzukehren. Dabei polarisierte sich diese Gruppe von Ungarndeutschen und schloß sich unterschiedlichen Bewegungen an. Für den einzelnen war es am wichtig­sten, daß im Programm dieser Bewegungen irgendeine Form der Heimkehr stand. Die umfassendste Tätigkeit wurde ab 1946 von der Bewegung „Treue zur Heimat" (Hűséggel a hazáért) in Deutschland ausgeübt. Im Aufruf des Vorsitzenden der Bewegung vom 1. Januar 1949 wird deren Zielsetzung wie folgt formuliert: „... Wir sind Ausgestoßene geworden, nur die ungarischen Emigranten, die unser Schicksal teilen, verstehen uns. Ich bitte alle meine Schicksalsgefährten, sich der Ungarischen Treuebewegung und dadurch der Ungarischen Freiheitsbewegung anzuschließen. Wir müssen uns in den Kampf der ungarischen Emigranten ein­schalten. Unsere Ziele sind die Befreiung unseres Vaterlandes und daß wir unsere Heimkehr erkämpfen, nicht aber, daß wir als gebrandmarkte Heimatlose in der großen Welt herumirren..." In der nächsten Nummer der Zeitschrift „Flűség" (Rundschreiben Nr. 3, 1. Februar 1949) berichtet der Vorsitzende der Bewegung von einer Mattheit, die wegen politischer Verwirrung und Heimatverlust eingetreten war und von einer Erleuchtung abgelöst werde. Es heißt: „Unsere Zukunft hat mit dem Deutschen Reich nichts zu tun, hier sind und bleiben wir Fremde. Flier dürfen wir keine neue Heimat suchen, und wir finden auch keine, es zog uns ja nie hierher und mußten gegen unseren Willen hierher. (...) Unser Herz hat das uns von den Siegermächten aufgezwungene 'Neubürgertum ' nie akzeptiert, wir bekennen uns auch weiterhin zur ungarischen Mutternation. (...) Keine Macht kann uns vorschreiben, uns als An­gehörige des Deutschen Reiches zu betrachten, wo wir doch nicht hier bleiben wollen, da man uns mit Gewalt hierher gebracht hat. Wir haben das Menschenrecht zu erklären: wir waren und bleiben ungarische Staatsbürger." Der Vorsitzende der Bewegung betonte, daß deren Mitglieder nicht der Verlust von Hab und Gut schmerze, diese seien ja nur vergängliche Dinge, dagegen sei das ungarische Gefühl ewig. Am 1. Juni 1949 (Rundschreiben Nr. 8) wurden die Kräfte der ungarischen Na­tion im Westen, unter ihnen natürlich auch das Schwabentum, zur Zusammenarbeit aufgefordert: „Wir, die wir noch bis vor kurzem zum Körper der ungarischen Nation gehörten, müssen in diesen historischen Augenblicken dieses Zugehörigkeitsgefühl noch stärker empfinden. Daß wir nur dorthin gehören und gehören können!" Aus den Leserbriefen geht auch hervor, daß der von der Bewegung vertretene Teil des Ungarndeutschtums der Meinung war, daß die europäischen Völker und Volksgruppen

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