Füzes Miklós: Valami Magyarországon maradt - Etwas blieb daheim in Ungarn. A kitelepített magyarországi németek beilleszkedése Németországban - Eingliederung der vertriebenen Ungarndeutschen in Deutschland (Pécs, 1999)

III. Személyes átélés - Nemzeti hovatartozás

wieder an einem Scheideweg angelangt seien. Hinsichtlich der günstigen Beur­teilung des Schwabentums hielt man die eindeutige Stellungnahme für die unga­rische Sache und dadurch gleichzeitig für die Sache des Schwabentums für nötig. Die Ungarndeutschen erachteten es jedoch für unmöglich, ihr Deutschtum auch außerhalb der Grenzen Deutschlands aufrechtzuerhalten. Es sei sogar zu befürchten, wird bemerkt, daß ihnen selbst in Deutschland eine Assimilation bevorstehe. Die zwischen ihnen und den Reichsdeutschen bestehenden Unterschiede könnten nicht beibehalten werden. Erst die Nachkommen könnten auf den Aufbau eines mensch­licheren Lebens hoffen, erklärte man. Der Verfasser des Leserbriefes besaß ein besonders entwickeltes historisches Bewußtsein. Das Schwabentum habe seit der Einwanderung nach Ungarn eine vornehme und wichtige Rolle in der Geschichte des ungarischen Volkes gespielt, und er selbst sei davon überzeugt, daß dem Schwabentum auch in Zukunft diese Rolle zuteil werde. Bei der Generalversammlung der Ungarischen Treuebewegung am 4. Juni 1949 in Waiblingen sprach der Vertreter der Ungarischen Freiheitsbewegung in einem ziemlich drohenden Ton zu den Ungarndeutschen. Er betonte, daß es im Interesse der Ungarndeutschen stünde, sich am Kampf der Emigration zu beteiligen, denn wenn heute oder morgen ein Ereignis eintritt, und das Schwabentum sich erst dann besinnt, zu den Ungarn Kontakte zu knüpfen, sollte es sich nicht wundern, wenn man ihm Mißtrauen entgegenbringt. Diejenigen, die nach Ungarn zurückkehren wollen, sollten schon jetzt die Ungarn kontaktieren und den vaterländischen Pflichten nachkommen, die für alle Ungarn der Emigration, so auch für die unga­rischen Staatsbürger deutscher Muttersprache, verbindlich seien. Die Bewegung hielt sich selbst noch 1951 an den Beschluß vom 4. Juli 1949, ohne aber das Recht zum Anschluß zur „großdeutschen" Schicksalsgemeinschaft in Frage zu stellen. Der Beschluß bezeichnete die Regierungsverordnung über die Ver­treibung aus dem Jahr 1945 für verwerflich, bekannte sich aufgrund der Wilsonschen Prinzipien zur territorialen Revision und nahm auf der Seite des Ungarntums den Freiheitskampf auf. Später wurden jedoch die Leiter der Bewegung immer mehr von inneren Kämpfen in Anspruch genommen, die auch in ihren Resolutionen zum Ausdruck kamen. Die Frage der Fleimkehr geriet immer mehr in den Hintergrund. Die Frage der Heimkehr und deren Art und Weise polarisierten das Ungarndeutschtum immer mehr. „Gefährliche Wölfe" seien in ihre Reihen ein­gedrungen, stellten die Leiter der Ungarischen Treuebewegung fest. Es hätte Verräter gegeben, „die den fetten deutschen Fleischtopf für wichtiger hielten als die ungarische Heimaterde." Andere wollten ihre einstige mißlungene Tätigkeit in Ungarn im Nebel des Vergessens auflösen, da sie wußten, daß sie in der Heimat keinen Platz mehr finden würden. Bis 1950 hatte sich die Spaltung vertieft. Zu dieser Zeit wurde bereits veröffentlicht, daß die Volksbund-Exponenten, die Nutznießer,

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