Kirche in Österreich
Verzeichnis der verwendeten Fachausdrücke - Die geistlichen Orden in Österreich
37 nisation, Wirtschaftsentwicklung, Kultur und religiöses Leben unseres Landes können nicht hoch genug eingeschätzt werden. Im 13. Jahrhundert verbreiteten sich auch in Österreich die neuen, großen Orden, Dominikaner und Franziskaner, die die Theologie und Religiosität der Zeit wesentlich bestimmten. Das ausgehende Mittelalter brachte für die alten Orden eine Periode des Niederganges und schwerer Krisen, deren man durch bedeutende, von den Orden selbst getragene Reformen (für die Augustiner- Chorherren die Raudnitzer, für die Benediktiner die Melker Reform) Herr zu werden versuchte. Die durch die Wirren der Türkenkriege, die Reformation und ihre Folgeerscheinungen aus den Fugen geratene Zeit stellte andere Anforderungen an die Kirche und ihre Orden: Ihnen wurde die Schöpfung des hl. Ignatius gerecht. Die von Ferdinand I. nach Österreich gerufenen Jesuiten haben die von den österreichischen Herrschern mit allen Mitteln angestrebte katholische Restauration durchgeführt. Nach deren Sieg kam auch für die Klöster der alten Orden wieder eine Zeit der Blüte, in der sie neuerlich Mittelpunkt des kulturellen und wissenschaftlichen Lebens wurden. Die Aufklärung rief geistige Bewegungen hervor, die zunächst zur allgemeinen Aufhebung des Jesuitenordens 1773 durch Papst Klemens XIV. und dann in Österreich zu den radikalen Klosteraufhebungen Kaiser Josephs II. führten, denen alle Klöster der Monarchie, die nicht dem Unterricht, der Krankenpflege oder der Seelsorge dienten (738 Klöster mit 36.000 Ordensleuten), zum Opfer fielen.