Erzherzog Ludwig Salvator – Ein Leben für die Wissenschaft 1847-1915

LEBENSDATEN - DIE YACHT NIXE LUDWIG SALVATORS STUDIERSTUBEAUF HOHER SEE

DIE YACHT NIXE LUDWIG SALVATORS STUDIERSTUBE AUF HOHER SEE „ Wie viele edle Gedanken hat das Meer nicht erweckt!,, * Is Erzherzog Ludwig Salvator 1871 im Alter von 24 Jahren sei­nen lang gehegten Wunsch, eine Yacht zu erwerben, endlich in die Tat umsetzen konnte, hatte er seit seiner ersten Fahrt an Bord eines engli­schen Kriegsschiffes, das ihn infolge der stürmischen Ereignisse und Aufstände von 1848 als eineinhalbjährigen gemeinsam mit seiner Fami­lie nach Gaeta ins Exil1 gebracht hatte, bereits mehrere Reisen zur See hinter sich, die ihn über die Nordsee, die Adria, vor allem aber das Mittel­meer geführt hatten Obgleich weder am Meer geboren noch an der Kü­ste aufgewachsen, fühlte sich Ludwig Salvator dennoch seit seinen „Jugendjahren vertraut mit den Wellenklängen des Meeres“, das ihm „längst schon ... eine Lebensnothwendigkeit“ geworden war. „Bin ich ge­zwungen, längere Zeit auf festem Boden zu verweilen, so werde ich re­gelmäßig verstimmt. Sehnsüchtig folgt mein Blick dann dem launischen Spiele und Treiben der Wellen, und ich suche am Horizonte die weltfer­nen Gestade, wohin sie enteilen“2. Den Drang, es ihnen nachzutun sah Ludwig in dem „dem Menschen angeborenen Wandertrieb“ begründet, jenem „natürlichen Instinkt“, dem man seiner Ansicht nach, auf keine Weise so nachgehen konnte, „wie mit Hilfe einer Jacht“. 3 Es war jedoch nicht nur Ludwigs Wandertrieb, sondern vor allem eine Reihe praktischer Überlegungen, die ihn zum Entschluß, ein eige­nes Schiff anzuschaffen, bewogen hatte, wie er seiner Mutter, Großher­zogin Maria Antonietta, am 9. November 1869 in einem Brief aus Prag darlegte: „ Worüber ich anläßlich meines geplanten Aufenthaltes in Gmunden mit Ihnen wie mit Pápá vor allem sprechen möchte, auf mei­nen Reisen während der vergangenen Jahre habe ich, den Himmel als Dach mit ausgestreckten Gliedern auf den Planken irgendeines Schiffes oder im Sand irgendeiner unbewohnten Bucht oft daran gedacht, ob es mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln nicht möglich wäre, ... ein bequemes Fortbewegungsmittel anzuschaffen, das entsprechend einge­richtet meinen wissenschaftlichen Bedürfnissen dienen und den Komfort eines eigenen Heimes bieten könnte. Dieser vage Gedanke, den ich in mancher Sommernacht geträumt habe, nahm im vergangenen Jahr Ge­stalt an, als ich daran dachte, wie nützlich es für mich wäre, ein Schifflein zu haben, das mir während jener Monate des Jahres, die ich aus Grün­den der Gesundheit wie zu wissenschaftlichen Zwecken gerne auf dem Meer verbringe, als Transportmittel und Heim dienen könnte.“4 * Ludwig Salvator, Cannosa. Prag 1897, 34 49

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