Erzherzog Ludwig Salvator – Ein Leben für die Wissenschaft 1847-1915
LEBENSDATEN - LUDWIG SALVATORS WISSENSCHAFTLICHER WEG UND PERSÖNLICHKEIT
deutlich veranschaulicht. In der Hoffnung, das Projekt würde bald zur Ausführung gelangen, meldete sich Ludwig im Herbst 1913 in der Zeitschrift Adria zu Wort. Da er gehört hatte, daß als Hindernis unter anderem auch die große Zahl an Schlangen angegeben wurde, wollte er an dieser Stelle die Einführung von Igeln und Pfauen, die, wie er von verläßlicher Seite erfahren hatte, das beste Mittel zur Bekämpfung von Schlangen wären, vorschlagen. Gleichzeitig riet er, mit der Realisierung des Naturparks „nicht so lange abzuwarten, bis durch das Abholzen des Geländes der Hauptreiz desselben verloren ginge“.35 Mit der Anlage von Spazierwegen im unwegsam gebirgigen Bereich der Nordküste Mallorcas nahm Ludwig aber nicht nur jene heute in Naturreservaten praktizierte Maßnahme, die Beeiträchtigung der Natur durch vorgegebene Besucher-Routen möglichst gering zu halten, vorweg, sondern trug damit indirekt auch zur Entfaltung des modernen Ökotourismus auf Mallorca bei. Ludwigs Überzeugung von der Notwendigkeit und Weltausstellungen dem Nutzen der Wissensvermittlung findet nichtzuletzt in seinem regen Interesse an Welt- und ähnlichen Großausstellungen Ausdruck, die sich, nachdem auf der Pariser Weltausstellung von 1855 erstmals der Versuch unternommen wurde, durch Einbeziehung von Geschichte, Kultur, Kunst, Wissenschaft und Bildung eine Demonstration des gesamten menschlichen Schaffens zu geben, - die Wiener Weltausstellung von 1873 stand sogar unter dem Thema Kultur und Bildung - von der einfachen Industrie- zur Universalausstellung entwik- kelt hatten. Ludwig selbst gehörte zu deren eifrigsten Besuchern. So besichtigte er im Laufe seines Lebens über 20 derartiger Veranstaltungen und faßte seine Gedanken über diese Art des „friedliches Wettkampfes der Nationen“ 1911 in einer kleinen Schrift unter dem Titel Einiges über Weltausstellungen zusammen. Darin stellte er fest, „Wenn auch für manche vieles von dem, was sie sehen, gänzlich oder wenigstens teilweise unverstanden bleibt, so bleibt ihnen doch eine Gesamtvorstellung, sie werden immer etwas mehr darüber wissen, als wenn sie nichts davon gesehen hätten und bei vielen wird der Wunsch entstehen, so manches von dem Unerklärbaren zu ergründen und sie werden bestrebt sein, soweit ihre Kenntnisse reichen, so viel als möglich davon aufzufassen und zu verstehen; so wird ein förmlicher Kurs sich davon herausbilden, der ganze Massen über viele Punkte aufklären wird, über die sie im gewöhnlichen Alltagsleben nie gefragt hätten...“. 39