Erzherzog Ludwig Salvator – Ein Leben für die Wissenschaft 1847-1915
LEBENSDATEN - LUDWIG SALVATORS WISSENSCHAFTLICHER WEG UND PERSÖNLICHKEIT
Stellung eines Katalogs der Arabismen im Lexikon des Mallorquinischen32, den Studien über das venezianische Substrat im Neugriechischen von Zante (Zakynthos) und Ithaka und schließlich dem Entschluß, mit dem 1915 in Prag erschienenen Werk Zärtlichkeits-Ausdrücke und Koseworte in der Friulanischen Sprache, zur Bewahrung und Belebung des Friaulischen beizutragen, in eindrucksvoller Weise fort. Nichtzuletzt verdanken wir Ludwig Salvator auch im Bereich der Slavistik durch seine präzise Wiedergabe einer glagolitischen Inschrift33 eine weitere für die Geschichte dieses Schrifttums wichtige Lesart, haben in Form seines Werkes Das Ethnographie was verschwindet nicht nur ein wertvolles Dokument zu den bereits unwiederbringlich verlorenen Trachten an der Adria, sondern auch hinsichtlich der historischen Sitten, Bräuche und Bevölkerungsverhältnisse Dalmatiens in Händen, und sind aufgrund seiner genauen Zeichnungen von archäologischen Denkmälern des Mittelmeerraumes im Besitz wichtiger für die Forschungsgeschichte höchst aufschlußrei- Archäologie eher Hinweise Wie aus einem Brief des Intendanten des Naturhistorischen Hofmuseums und Begründers der Prähistorischen Kommission der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien, Ferdinand von Hochstetter, zu entnehmen ist, stießen Ludwigs archäologische Ausführungen, allen voran über die urgeschichtlichen Megalithbauten der Balearen bereits damals auf großes Interesse und nur zu gerne hätte Hochstetter Ludwig zu Forschungen an der marokkanischen Küste, wo „zahlreiche alte Grabhügel (tumuli) Vorkommen“ sollen, „die noch unerforscht sind“, veranlaßt.34 Ludwigs konservatorische Bestrebungen fanden jedoch auch auf naturschützerischer Ebene ihren Niederschlag. Abgesehen davon, daß er persönlich - wie im übrigen auch sein Bruder Johann Salvator - der Jagd als Vergnügen nichts abge- atursc utz wjnnen konnte und aufseinen Besitzungen Tiere wie Bäume einem natürlichen Ende entgegen gehen konnten, befürwortete er auch im öffentlichen Leben die Erhaltung der Natur, wie das Beispiel der dalmatinischen Insel Meleda (Mljet), wo sich der Österreichische Verein „Naturschutzpark“, zu dessen Mitbegründern auch der verdiente Botaniker August Ginzberger gehörte, um die Errichtung eines Naturreservates im Bereich des Staatsforstes zur Aufgabe gemacht hatte, dessen Realisierung jedoch infolge des Ersten Weltkrieges zum Scheitern verurteilt war, Zeichnung Ludwig Salvator: Megalithbau auf Mallorca Originalzeichnung Ludwig Salvator 38