Manfried Rauchensteiner: Waffentreue – Die 12. Isonzoschlacht 1917
Franz Felberbauer: Die 12. Isonzoschlacht: Der Operationsplan und seine Durchführung
Im Jänner 1918 verfügten die k. u. k. Streitkräfte in Italien außer über 448 leichte und 111 schwere Geschütze sowie zehn 30,5 cm Mörser noch über 36 mittlere und 12 schwere deutsche Rohre. Der größte Teil der deutschen Truppen, Artillerie und Flieger war bereits wieder auf dem Weg zum westlichen Kriegsschauplatz. Die Luftherrschaft ging für Österreich-Ungarn nach dem Abzug der deutschen Flieger und Flak-Verbände fast schlagartig verloren, obwohl die k. u. k. 6. Armee im Jänner 1918 noch über 155 Aufklärungsflugzeuge und 227 Jagdflugzeuge verfügte. Schon am 30. Dezember war es zu den ersten größeren Angriffen französischer Verbände gekommen. Die französische 47. Jägerdivision vertrieb mit massiver Artillerie- und Fliegerunterstützung die k. u. k 50. Inf Div vom vorspringendem Mt. Tómba, ging aber nicht weiter vor. Im Gebirge und am Piave erstarrte die Front wieder in einem ausgedehnten Stellungssystem. Die 12. Isonzoschlacht war definitiv zu Ende. Die Folgen Die italienische Niederlage in der großen Durchbruchsschlacht am Isonzo wurde nicht durch eine zahlenmäßige Überlegenheit der Mittelmächte herbeigeführt. Im Durchbruchsraum bei Flitsch-Tolmein standen nur 171 deutsche und österreichische Bataillone 238 Bataillonen der Italiener gegenüber. Bis heute ist die Frage ungeklärt, warum die Italiener die ihnen durch rumänische und tschechische Überläufer bekannt gewordenen Informationen über die bevorstehende Offensive weitgehend ignoriert hatten.65 144 italienische Reservebataillone wurden ohne nachhaltigen Erfolg in wenig fruchtenden Gegenangriffen verschlissen. Die Italiener beklagten nach der Einstellung der Kampfhandlungen 10.000 Tote und 30.000 Verwundete. Die Verluste der Mittelmächte an Gefallenen und Verwundeten waren mit etwa 5.000 Soldaten gering. 293.943 italienische Soldaten marschierten in die Gefangenschaft und etwa 400.000 verließen einfach ihre Verbände. Viele marodierende Deserteure konnten erst an den Pobrücken aufgefangen werden. Die Beute der 12. Isonzoschlacht übertraf alles bisher da gewesene. Die Mittelmächte eroberten 3.152 Geschütze, 1.732 Minenwerfer, 3.000 Maschinengewehre und 300.000 Gewehre. Es wurde ein Abkommen getroffen, nach dem die Gefangenen im Verhältnis 1 zu 1, und die übrige Kriegsbeute im Verhältnis 2 (Österreich-Ungarn) zu 1 (Deutschland) aufgeteilt werden sollte.66 Die erbeuteten italienischen Versorgungslager reichten aus, um die nun in Norditalien stehenden Verbände der Mittelmächte bis in die ersten Monate des Jahres 1918 zu verpflegen. Die italienischen Übersetzungen der von Obit Maxim und Lt Tichi verratenen Angriffsanweisungen fand die k. u. k. 50. Inf Div im Hauptquartier des italienischen IV. Korps in Creda. Vgl. dazu: K r afft: Durchbruch am Isonzo I, S. 118. A rz: Zur Geschichte des Großen Krieges, S. 172. 32