Historische Momente polnisch-österreichischer Beziehungen vom 14. – 20. Jh.

I. Dynastische Heiratsverbindungen und habsburgische Thronkandidaturen

Dispensationsbulle Papst Julius III. für König Sigismund II. von Polen zur Vermählung mit der verwitweten Herzogin Katharina von Mantua, Tochter Kaiser Ferdinands I. Rom 20. Mai 1553 Signatur: ÖStA/HHStA, Familienurkunden 1308 Original, Pergament mit anhängender Bleibulle, Latein Erzherzogin Katharina war bereits im Alter von zehn Jahren mit Franz III. von Mantua verlobt worden. Die Trauung fand sechs Jahre später statt, allerdings starb der Herzog bereits ein halbes Jahr nach der Hochzeit. Katharinas Schwester Elisabeth, die den polnischen König Sigismund II. August geheiratet hatte, war in der Zwischenzeit ebenfalls verstorben, sodass es für den Wiener Hof nahe lag, die verwitwete Katharina mit dem polnischen König zu verheiraten, um einen etwaigen Erbanspruch der Dynastie abzusichern. Im Zuge der Vorbereitungen der Eheschließung war es nötig, von päpstlicher Seite eine Dispens für den polnischen König zu erhalten. Papst Julius III. erteilte die Dispens unter dem Hinweis auf die Vorteile der Verbindung, die eine bessere Abwehr der Türken ermöglichen sollte. Retrospektiv gesehen wäre es wohl für Katharina besser gewesen, wenn der Papst die Dispensation nicht erteilt hätte, da die Ehe zwischen ihr und Sigismund eine menschliche Katastrophe gewesen sein muss. Der polnische König hegte eine „unüberwindbare Abneigung“ gegen seine Ehefrau und lebte von ihr getrennt. Schließlich konnte Katharina 1566 nach jahrelangen Verhandlungen aus Polen in ihre Heimat zurückkehren. 8 Thomas Just 9 Jakob Uchanski, Erzbischof von Gnesen, und die polnischen Stände wählen Kaiser Maximilian II. zum König von Polen bei Warschau 18. Dezember 1575 Signatur: ÖStA/HHStA, Allgemeine Urkundenreihe 1575 XII 18 23

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