Historische Momente polnisch-österreichischer Beziehungen vom 14. – 20. Jh.

Jerzy Gaul, Warschau: Zur Geschichte der Beziehungen zwischen Polen und Österreich vom 14.-20. Jahrhundert

Bedrohung durch das Osmanische Reich seit dem 15. Jahrhundert gefördert. Der Sieg des Königs von Polen Johann III. Sobieski im September 1683 vor Wien war ein Zeichen der guten Zusammenarbeit mit dem Heiligen Römischen Reich und der Habsburgermonarchie zur Verteidigung der gemeinsame Interessen und Werte. Trotz verschiedenenartiger Ansprüche und persönlicher Animositäten wurde das polnisch-österreichische Bündnis durch die Heilige Liga von 1684 fortgesetzt, was dem Kaiser die Rückgewinnung Ungarns und dem polnischen König jene von Teilen der Ukraine und Podoliens ermöglichte. Die fortschreitende Schwäche des Königreichs Polen führte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit der Aufteilung des Staatsgebietes zwischen Österreich, Preußen und Russland zur Vernichtung eines großen Staates, wie es sie in der Geschichte Europas bis dahin nicht gegeben hatte. Die Donaumonarchie, die an der ersten und dritten Teilung beteiligt war, nahm unter dem Vorwand einer Revindikation alter Rechte der ungarischen Krone auf Halicz und Wtodzimierz ausgedehnte polnische Gebiete in Besitz. Aus dem ungarischen Königstitel der Arpadendynastie des 13. Jahrhunderts „reges Galitiae et Lodomeriae” wurde von den Österreichern der Name „Galizien" zur Bezeichnung der neu erworbenen Gebiete übernommen. Während der dritten Teilung 1795, wurden Krakau und die Gebiete zwischen Pilica, Weichsel und Bug besetzt, womit die Habsburgermonarchie Teile Masoviens und Podlasie mit den Städten Siedlce und Zakroczym umfasste. In der Folge der napoleonischen Kriege und des Vertrages von Schönbrunn 1809 musste Österreich seinen Landgewinn aus der dritten Teilung Polens 7

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