Historische Momente polnisch-österreichischer Beziehungen vom 14. – 20. Jh.

Jerzy Gaul, Warschau: Zur Geschichte der Beziehungen zwischen Polen und Österreich vom 14.-20. Jahrhundert

zugunsten des neu gebildeten Großherzogtums Warschau abgeben, aber beim Abschluss des Wiener Kongresses bekam es Kreis Tarnopol auf Grund des Vertrages vom 3. Mai 1815. Die letzte territoriale Veränderung erfolgte am 6. November 1846, als nach dem Scheitern des Krakauer Aufstandes Krakau mit dem ganzen Umkreis als Großherzogtum Krakau dem Königreich Galizien und Lodomerien angeschlossen wurde. Die Annexion polnischer Gebiete durch die Habsburger hatte zur Folge, dass deren Bewohner das Schicksal der Donaumonarchie teilten. Nach den inneren Reformen Maria Theresias (1740-1780), entstand in der Zeit ihrer Nachfolger Joseph II. (1780-1790) und seines Bruders Leopold II. (1790-1792) der moderne, zentralisierte Staat im Geist der Aufklärung und des Rationalismus, der mit den bis auf das Mittelalter zurückreichenden ständischen Relikten und Traditionen gebrochen hat. Die Zeiten der Regierung Franz I. (1792-1835) und seines Sohnes Ferdinand I. (1835-1848), die oft unter dem Begriff der Ära Metternich zusammengefasst werden, brachten eine Wende der Politik und den Übergang vom Staat des aufgeklärten Absolutismus zum weniger aufgeklärten Polizeistaat. Die frühe Zeit der österreichischen Herrschaft stand im Zeichen der Unterdrückung des polnischen Adels und der Begrenzung seiner Machtbefugnisse gegenüber dem Bauernstand. Dazu kamen eine gegen die polnische Kultur gerichtete Gemnanisierungspolitik und Bestrebungen gegen das Weiterbestehen eines nationalen Zusammenhalts durch die bewusste Ausnützung der Gegensätze zwischen den verschiedenen sozialen Gruppen, besonders des Adels und der 8

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