700 Jahre Schweiz
II. Von der Habsburg nach Österreich
15. Jahrhundert Pläne einer Rekuperationspolitik, die wohl mit der Ewigen Richtung 1474 (nn. 11 und 12) resignieren mußte. Eine weitere Belastung des Verhältnisses zur Eidgenossenschaft ergab sich im auslaufenden 15. Jahrhundert durch das Römisch-deutsche Kaisertum der Habsburger. Wenn auch Maximilian I. peinlich vermied, im Basler Frieden von 1499 (n. 13), die Divergenzen hinsichtlich der Stellung der Eidgenossen im Reichsverband konkret auszusprechen, so blieb doch kein Zweifel daran, daß diese mit ihrer Opposition zu den Beschlüssen des Wormser Reichstages von 1495 Erfolg gehabt hatten. Schon die Tatsache, daß die Eidgenossen die begehrte, stets siegreiche Söldnermacht darstellte, legte eine Aussöhnung nahe, die nun aber bereits als Erbeinigung des Hauses Österreich-Burgund (nicht etwa des Hauses Habsburg) 1511 abgeschlossen wurde (nn. 14 und 15). Für eine dauernde Allianz in Bezug auf eine ständige Bereitstellung von Truppen erwies sich diese Basis zu schwach. Das einzige Bündnis dieser Art (n.16) zerbrach innerhalb eines Jahres, und die Bemühungen Karls V. (n. 17) konnten Frankreichs fester Verbindung zu den Eidgenossen nichts anhaben. Lit.: Anton Scharer Die werdende Schweiz aus österreichischer Sicht bis zum 14. Jahrhundert in Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung 95 (1987) S. 238-265; Die Eidgenossen und ihre Nachbarn im Deutschen Reich des Mittelalters, hg. v. Peter Rück unter Mitwirkung von Heinrich Koller (Marburg an der Lahn 1991) S. 29. Th 7 König Rudolf belehnt seinen Sohn (Herzog) Albrecht zum zweiten Mal mit den Ländern Österreich, Steiermark, Krain UND DER WINDISCHEN MARK 1283 Juni 1, Rheinfelden Or. Pergament, Siegel; 53 cm x 46 cm HHStA Allgemeine Urkundenreihe 1283 Juni 1 Unter dem Namen „Rheinfeldner Hausordnung“ ist diese Korrektur der ersten feierlichen goldgesiegelten Lehensübertragung vom 27. Dezember 1282 (HHStA Allgemeine Urkundenreihe) bekanntgeworden. Nach dem Sieg über König Ottokar II. von Böhmen waren die Länder der Babenberger-Herzöge an das Reich zurückgefallen, und der zum König gewählte Graf Rudolf von Habsburg konnte sie als Reichslehen neu vergeben. Schon im Frühherbst hatten die Kurfürsten einer Belehnung der beiden Söhne des Herrschers, Albrecht und Rudolf II., zugestimmt. Dem Aufstieg des Vaters zur Königswürde folgte die Aufwertung der jungen Grafen zu Reichsfürsten großflächiger geschlossener Territorien im Südosten des Reichs. Der königlichen Aufforderung, beiden Herzogen Gehorsam zu leisten, kamen aber die öster16