Österreichische und europäische Geschichte in Dokumenten des HHStA

Hauptraum (Nr. 1–344)

57 und Untrennbarkeit aller seiner Länder und über die künftige Erbfolge. Orig., Pergamentlibell, 6 Folien: Familienurkunden Nr. 1839. — Im Falle des Aussterbens der männlichen Linie der Habsburger sollte die weibliche in der gleichen Ordnung, d. h. nach dem Recht der Erstgeburt, die Erbfolge antreten. Zuerst sollten die Töchter Karls VI. und deren Nach­kommen, dann die Josephs I. und darnach die Leopolds I. erbberechtigt sein. 1720—1723 stimmten die Stände der öster­reichischen Länder der Pragmatischen Sanktion zu. Für deren Anerkennung durch die europäischen Staaten, durch die Karl VI. die Erbfolge seiner 1717 geborenen Tochter Maria Theresia sichern wollte, brachte der Kaiser in den folgenden Jahren große politische Opfer (vgl. Nr. 164 und 166). 162. 1717 Jänner 1, Amsterdam. Zar Peter der Große von Rußland bittet Kaiser Karl VI., ihm, falls sich der geflohene Zarewitsch Alexej in den kaiserlichen Ländern befinden sollte, diesen nach Rußland zu­rückzuschicken. Orig., Papier, 2 Folien, ganz eigenhändig: Rußland I, Karton 24. — Der einzige Sohn Peters des Großen aus erster Ehe war als Gegner der väterlichen Reformen nach Neapel geflohen. Nach seiner Rückkehr verurteilte ihn der Zar zum Tode. 1718 ist er, vermutlich an den Folgen der Folter, ge­storben. 163. 1722 Juni 8, Rom. Papst Innozenz XIII. belehnt Kaiser Karl VI. mit den Königreichen Neapel und Sizilien (größte Ausdehnung der österreichischen Monarchie). Orig., Perg., mit Bleibulle: Urkundenreihe. — Die schwer lesbare Schrift ist die „Bollatica“, eine an der Kurie ent­wickelte Zierschrift für Privilegien, die noch heute Ver­wendung findet. Durch den Tausch von Sizilien gegen Sar­dinien im Jahr 1720, eine Folge der mißglückten spanischen Großmachtpolitik unter Kardinal Alberoni, erreichte die österreichische Monarchie ihre größte Ausdehnung im Lauf

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