Österreichische und europäische Geschichte in Dokumenten des HHStA

Hauptraum (Nr. 1–344)

40 endet. — Der Koran soll ein Beutestück aus der Schlacht bei Zenta (1697) sein. 108. 1480 Februar 5, Konstantinopel. Sultan Mehmed II., der Eroberer Konstantinopels (1453), macht dem Grafen Leonhard von Görz Mitteilungen über das Schloß Belgrad in Friaul. Orig., Papier, mit Tughra des Sultans: österreichische Akten, Görz, Fasz. 25. — Tughra wird das Zeichen des Sultans in Staatsurkunden genannt, das in kalligraphischer Verschlingung die Namen des Herrschers und seines Vaters enthält. Die deutsche Sprache wurde in der Kanzlei des Sultans für Urkunden äußerst selten verwendet. 109. 1526 Juli 15, Ofen. König Ludwig II. von Ungarn und Böhmen meldet seinem Schwager König Fer­dinand I. den Einbruch der Türken und bittet um Hilfe. Orig., Papier, 1 Blatt, mit eigenhändiger Unterschrift: Hun- garica Fasz. 2. — Wenige Wochen später — am 29. August 1526 — wurden die Ungarn unter König Ludwigs Führung von den Türken in der Schlacht bei Mohács vernichtend geschlagen. Ludwig selbst stürzte auf der Flucht in einen Sumpf und erstickte. Damit war Ferdinand nach den Ver­trägen von 1506 und 1515 (vgl. Nr. 73 und 74) der recht­mäßige Herr der ungarischen und böhmischen Länder. 110. 1529 Oktober 19, Linz. König Ferdinand I. meldet seinem Bruder, Kaiser Karl V., den Abbruch der Be­lagerung Wiens durch die Türken. Orig., Papier, Unterschrift eigenhändig: Belgien, PA, Fasz. 7, fol. 66. — Die von den Türken im September begonnene Belagerung mußte am 15. Oktober wegen des vorzeitigen Wintereinbruchs abgebrochen werden. Ferdinand schildert seinem Bruder, daß vier Hauptstürme zurückgeschlagen wurden und daß die göttliche Vorsehung die Türken zum Abzug bewogen habe, bei dem Ungarn furchtbar verwüstet wurde.

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