Österreichische und europäische Geschichte in Dokumenten des HHStA

Hauptraum (Nr. 1–344)

93 mußte Schleswig, Holstein und Lauenburg an Österreich und Preußen abtreten. Durch die Gasteiner Konvention übernahm Österreich die Verwaltung Holsteins, Preußen die Schleswigs. 284. 1866 Juni 20, Wien. Kaiser Franz Joseph beklagt ge­genüber seinem Vetter Prinz Albert von Sachsen an­gesichts des eben entbrennenden „Kampfes des Rechts gegen Hinterlist und Raubgier“ die Haltung Bayerns, das den vereinbarten Anschluß seiner Truppen an die österreichische Armee nicht mehr vollziehen will. Orig., Papier, 2 Folien, ganz eigenhändig: Kabinettskanzlei, Varia Karton 2. — Zu Beginn des Jahres 1866 hatte die Spannung zwischen Österreich und Preußen wegen der Ver­waltung Holsteins (vgl. Nr. 283) derartige Formen ange­nommen, daß mit dem Ausbruch eines Krieges gerechnet werden mußte. Preußen, das unter Bismarck die Führung Deutschlands anstrebte, schloß am 8. April 1866 ein Bünd­nis, in dem sich Italien zur Kriegserklärung verpflichtete, sobald Preußen die Feindseligkeiten gegen die Monarchie eröffnete. Am 16. Juni begann Preußen, vier Tage später Italien den Krieg gegen Österreich und die mit ihm alliierten Staaten des Deutschen Bundes. 285. 1866 Juli 26, Nikolsburg. Waffenstillstandsvertrag zwischen dem preußischen und dem österreichischen Armeekommando nach der Entscheidungsschlacht von Königgrätz (3. Juli). Orig., Papier, 4 Folien, mit den Siegeln und Unterschriften der Bevollmächtigten Moltke und Degenfeld-Schonburg: Urkundenreihe. 286. 1866 August 23, Prag. Friedensvertrag zwischen Österreich und Preußen. Orig., Papier, 16 Folien, mit den Unterschriften der Be­vollmächtigten Brenner (Österreich) und Werther (Preußen): Urkundenreihe. — Österreich stimmte durch diesen Vertrag der Auflösung des Deutschen Bundes zu, überließ seine Rechte an Schleswig-Holstein Preußen und verpflichtete sich zur Zahlung einer Kriegsentschädigung von 20 Millionen Talern.

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