Österreichische und europäische Geschichte in Dokumenten des HHStA
Hauptraum (Nr. 1–344)
94 287. 1866 September 14, Ankerplatz vor Fasana. Admiral Tegetthoff schildert Kaiser Maximilian von Mexiko die Schlacht von Lissa (20. Juli 1866). Orig., Papier, 2 Folien, ganz eigenhändig: Archiv Maximilian von Mexiko Karton 56. — Die österreichische Flotte unter Admiral Wilhelm von Tegetthoff (1827—1871) hatte die italienische Flotte am 20. Juli bei Lissa geschlagen. Das italienische Landheer war schon am 24. Juni von Erzherzog Albrecht in der Schlacht bei Custozza besiegt worden. Durch die Erfolge Preußens (vgl. Nr. 285) gelangte Italien trotzdem in den Besitz Venetiens. XIX. Vom Ausgleich zum Weltkrieg. 288. 1867 Juni 14/15, Querétaro, im Gefängnis de las Capuchinas. Kaiser Maximilian von Mexiko beauftragt den österreichischen Gesandten Baron Lago mit der Durchführung verschiedener persönlicher Angelegenheiten sowie seines Testamentes und dankt ihm für die bewiesene Treue und Anhänglichkeit. Orig., Papier, 2 Folien, ganz eigenhändig: Familienurkunden Nr. 2525. — Der Kaiser schreibt im Nachtrag: „Soeben erfahre ich, daß meine arme Frau von ihrem Leiden erlöst ist. Diese Nachricht, so sehr sie mein Herz zerschmettert, ist doch anderseits für Mich im jetzigen Augenblick von unnennbarem Tröste.“ Diese Nachricht traf nicht zu, da Charlotte noch jahrzehntelang auf Schloß Miramare in geistiger Umnachtung lebte. Der Kaiser wurde am 19. Juni 1867 in Querétaro erschossen. 289. 1867 Dezember 21, Wien. Kaiser Franz Joseph I. erläßt ein Staatsgrundgesetz über die Ausübung der Regierungs- und Vollzugsgewalt, durch das der bisherige österreichische Einheitsstaat in eine aus der österreichischen und der ungarischen Reichshälfte bestehende Doppelmonarchie umgewandelt wird („Ausgleich“).