Österreichische und europäische Geschichte in Dokumenten des HHStA

Hauptraum (Nr. 1–344)

91 josephinischen Staatskirchentum und gab der Kirche, der in der Zentralisationspolitik des Fürsten Schwarzenberg eine wichtige Rolle zugedacht war, die volle Freiheit wieder. In­folge der heftigen Angriffe der Liberalen wurde es praktisch durch die konfessionellen Gesetze vom Mai 1868 außer Kraft gesetzt und 1870 von Österreich gekündigt. 278. 1855 September 4, Rom-Vatikan. Papst Pius IX. rati­fiziert das Konkordat. Orig., Papierlibell, 14 Folien, in roten Samt gebunden, mit der eigenhändigen Unterschrift und dem Siegel des Papstes: Urkundenreihe. 279. 1859 November 10, Zürich. Friedensvertrag Öster­reichs mit Sardinien und Frankreich, dem Österreich die Lombardei zur Übergabe an Sardinien abtritt. Orig., Papierlibell, 14 Blätter, mit den Siegeln und Unter­schriften der Bevollmächtigten Károlyi, Meysenbug, Bour- queney, Banneville, Des Ambrois und Jocteau: Urkunden­reihe. — Der Züricher Friede war das Ergebnis des Krieges, den Sardinien mit Unterstützung Frankreichs um die natio­nale Einigung Italiens und dessen Befreiung von der öster­reichischen Herrschaft geführt hatte, und in dem Österreich in den Schlachten von Magenta und Solferino geschlagen worden war. 1861 nahm Viktor Emanuel II. von Sardinien- Piemont den Titel eines Königs von Italien an. 280. 1860 Oktober 20, Wien. Kaiser Franz Joseph erläßt das „Oktoberdiplom“. Orig., Papierlibell, 8 Folien, in Samt gebunden, mit den Unterschriften des Kaisers, Rechbergs und Ransonnets und dem kaiserlichen Siegel: Urkundenreihe. — Die Niederlagen des Jahres 1859 (vgl. Nr. 279) führten zu verfassungsrecht­lichen Änderungen im Inneren Österreichs. Das vorliegende, im föderalistischen Sinn verfaßte Staatsgrundgesetz brachte die Rückkehr zu konstitutionellen Einrichtungen. Der Kaiser sollte das Recht der Gesetzgebung nur unter Mitwirkung der Landtage bzw. des Reichsrates, in den die Landtage eine be­stimmte Anzahl von Mitgliedern zu entsenden hatten, aus­üben.

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