Burgtheater in Dokumenten
Vorwort
Ill VORWORT "Burgtheater in Dokumenten" behandelt das Theater am Hofe zu Wien in der Zeit der Monarchie und in der 1. Republik, soweit es aktenmäßig erfaßbar ist. Die Fragen des Anfanges und der Zäsuren sind dadurch weiter nicht berührt. Die Dokumentenauswahl - denn nur eine Auswahl der teilweise spärlich, teilweise in Überfülle vorhandenen Stücke kann hier zur Schau gestellt werden - beginnt nicht bei dem Beginn des Spielbetriebes im Theater nächst der Burg (am Michaelerplatz), das als "altes Burgtheater" in die Geschichte eingegangen ist; die Ausstellung beginnt auch nicht bei 1776, jenem Jahr, das den Anfang des "Mythos Burgtheater" kennzeichnet, in Wirklichkeit eine Reform mit der Einschränkung darstellt, als eine Reduktion auf die damals finanziell billigste Spektakel-Gattung - das deutsche Sprechtheater - stattgefunden hat. Bewußt sind vielmehr Exponate ab der Barockzeit dargeboten, um an Hand des Aktenmaterials die Gleichförmigkeit der Behandlung der anstoßenden Probleme durch die «Jahrhunderte verfolgen zu können, u.a. den Vortrag des obersten Hoftheaterdirektors in seiner jeweiligen sonstigen Funktion (Hofmusikdirektor, Obersthofmeister, Oberstkämmerer und wieder Obersthofmeister) beim Kaiser und die Entscheidungen der Herrscher selbst in kleinen und unbedeutenden Belangen. Wenn bis 1792 nicht jene Vielfalt an Dokumenten geboten werden kann, wie sie über die nachfolgende Zeit möglich ist, so hängt das mit dem Fehlen des Archivs der Hofmusikgrafen (auch Hof- und Kammermusikdirektoren genannt)