Walter A. Schwarz: „Vergänglicher Glanz…“, Altösterreichs Orden

Einführung in die Geschichte der Orden und Ehrenzeichen - 7. Der österreichisch-kaiserliche Elisabeth-Orden

österreichische Reichsadler mit offenen Fängen sichtbar, welcher in seinen beiden Schnäbeln eine oben durch eine so genannte „Treue“ (verschlungene Hände) ge­schlossene, über das Kreuz herabhängende goldene Kette hält, zwischen deren Gliedern an ihrem unteren Teil die goldenen Buchstaben des Allerhöchsten Wahl­spruches „Viribus unitis“ (Mit vereinten Kräften) angeordnet sind. Über dem Kreuz schwebt die österreichische Kaiserkrone. Das rückseitige Mittelschild zeigt in gol­denen Ziffern das Stiftungsjahr 1849. Das Ordensband ist hochrot. Im Verlaufe des Ersten Weltkrieges wurde für den Orden, so er für Kriegsverdienste zur Verleihung kam, das Band des Militärverdienstkreuzes (bzw. der Tapferkeitsmedaille) systemi- siert. Für das Ritterkreuz bedeutete die Verleihung am „Kriegsband“ die Zuerken­nung der „Kriegsdekoration“.36 Kaiser Karl I. stiftete am 13. Dezember 1916 für „Tapferes Verhalten vor dem Feind“ oder „erfolgreiche Führung“ die Schwerter.37 Die einzelnen Stufen des Franz Joseph-Ordens konnten ab diesem Datum durch gekreuzte goldene Schwerter, die entweder auf dem Kleinod selbst oder auf dem Dreiecksband befestigt wurden, ergänzt werden. Ab Februar 1918 war es möglich, bestimmte Stufen dieses Ordens ein zweites Mal zu erhalten. 7. Der österreichisch-kaiserliche Elisabeth-Orden38 Am 17. September 1898 stiftete Kaiser Franz Joseph I. zum Andenken an seine am 10. September 1898 in Genf ermordete Gemahlin Elisabeth und zu Ehren der heiligen Elisabeth von Thüringen (1207-1231) den Elisabeth-Orden und die diesem Damenorden affiliierte Elisabeth-Medaille. Da die Statuten dieses Damenordens wenig bekannt sind, sollen sie hier angeführt werden. Zu Schönbrunn erlassenen, führten sie Folgendes aus: Wir Franz Joseph der Erste, von Gottes Gnaden Kaiser von Österreich. König von Böhmen u.s.w. und Apostolischer König von Ungarn. 36 Die „Kriegsdekoration“ (KD) wurde am 12. Jänner 1860 von Kaiser Franz Joseph I. mit der Ab­sicht „die unmittelbar vor dem Feinde erworbenen Dekorationen von jenen zu unterscheiden, wel­che für anderwärtige militärische oder Zivilstaatsverdienste verliehen worden sind; damit ferner in jenen Fällen, wo der wegen Bravour vor dem Feinde bereits besessene Orden infolge erneuerter doch nicht auf dem Schlachtfelde selbst dargelegten Verdienstlichkeit durch Zuerkennung einer höheren Klasse derselben Dekoration bisher entfiel, die sichtbare Anerkennung auch des früheren rein kriegerischen Verdienstes erhalten werde“, dass „die für Verdienste unmittelbar vor dem Fein­de verliehenen Orden durch die Bezeichnung: Kriegsdekoration des [,..]-Ordens (Militärverdienst­kreuzes)“ zu unterscheiden sind. Als charakteristisches Merkmal der KD wurde ein goldener Lor­beerkranz bestimmt, der je nach Dekoration mit grünem Email belegt oder „blassgrün legiert“ war. 37 Zur Feststellung der sich daraus ergebenden Ansprüche für bereits zu einem früheren Zeitpunkt verliehene Kriegsauszeichnungen wurde aufgrund eines mit 13. März 1917 datierten Erlasses eine Kommission für die Zuerkennung der Schwerter innerhalb des Kriegsministeriums geschaffen. Folgende Orden konnten durch Schwerter ergänzt werden: Leopold-Orden, Orden der eisernen Krone und der Franz Joseph-Orden. Anm. d. Verf. 8 Zur Geschichte des Elisabeth-Ordens vgl. Dikowitsch, Fiermann: Die Österreichischen Da­menorden. Der österreichisch-kaiserliche Elisabeth-Orden. In: Stolzer/Steeb, Orden, S. 189-193. 28

Next

/
Thumbnails
Contents