Walter A. Schwarz: „Vergänglicher Glanz…“, Altösterreichs Orden

Einführung in die Geschichte der Orden und Ehrenzeichen - 7. Der österreichisch-kaiserliche Elisabeth-Orden

Von dem Wunsche geleitet, Frauen und Jungfrauen, welche in ihrem Berufe Vorzüg­liches leisten oder auf humanitärem, religiösem oder philanthropischem Gebiete sich um das allgemeine Wohl verdient machen, ein sichtbares Merkmal Unserer Zufrieden­heit und Unseres Wohlwollens zuwenden zu können, haben Wir beschlossen, zu diesem Zwecke einen eigenen Verdienst-Orden zu stiften, dem Wir zum bleibenden Andenken an Unsere vielgeliebte, tiefbetrauerte Frau Gemahlin, Weiland Ihre Majestät die Kaise­rin und Königin Elisabeth, und zu Ehren Allerhöchstihrer Namens-Patronin, der heili­gen Elisabeth von Thüringen, den Namen „Elisabeth-Orden“ beilegen. Mit diesem Orden wollen Wir zugleich eine Verdienst-Medaille verbinden, welche den Namen „Elisabeth-Medaille“ zu führen hat. Indem Wir erwarten, daß Alle, die Wir oder Unsere Nachfolger in der Regierung in diesen Orden aufnehmen oder mit der „Elisabeth-Medaille“ auszeichnen, in treuer Er­innerung an die verklärte Kaiserin und Königin stets bemüht sein werden, durch ihr Verhalten, sowohl im öffentlichen, wie im Privat- und Familienleben, das Ansehen und die Würde dieses Ordens zu wahren und zu heben, hingegen Alles zu vermeiden, was demselben zur Unehre gereichen könnte, haben Wir nachfolgende Bestimmungen als Statuten des Ordens festgestellt: Artikel I. Das Recht der Verleihung des Elisabeth-Ordens und der demselben affiliierten Elisa­beth-Medaille stehen ausschließlich Uns und Unseren rechtmäßigen Nachfolgern in der Regierung zu. Artikel II. Der Orden besteht aus drei Graden: dem Großkreuze, der Ersten Klasse und der Zweiten Klasse. Artikel III. Das Ordenszeichen für das Großkreuz und die Erste Klasse ist ein goldenes emaillier­tes, nach außen in zwei Bogen und eine Zacke ausladendes Kreuz. Das Kreuz ist rot emailliert und von einem weißen Emaillepfahl durchzogen. Es hat ein goldumrandetes, weiß emailliertes Mittelfeld, welches auf der Vorderseite das von einem Heiligenscheine umgebene und von einem Kreuze überschwebte Bildnis der hei­ligen Elisabeth von Thüringen in Gold, auf der Rückseite die auf einem Zweige blühen­der Rosen ruhende Initiale „E“, beides in Gold ausgeführt, im weißen Felde zeigt. Aus den vier Kreuzeswinkeln, gleichsam von dem Mittelschilde ausgehend, wachsen Zweige hervor, welche grün emaillierte Blätter und in Email ausgeführte Rosen tragen und bis zur Höhe der Kreuzarme reichen. Über dem Kreuze ist eine goldene Schleife angebracht, an welcher das Ordensband befestigt ist. Die Großkreuze tragen das Ordenszeichen an einem 66 mm breiten, weißen, an bei­den Seiten von einem schmalen, kirschroten Streifen der Länge nach durchzogenen, gewässerten Bande, von der rechten Schulter nach links herabhängend und nebst dem auf der linken Brustseite einen achteckigen silbernen brillantierten Stern39, in dessen Mitte das Ordenskreuz wiederholt ist. Bei der Ersten Klasse des Elisabeth-Ordens wird das Ordenskreuz an einem 28 mm breiten Ordensbande40 auf der linken Brustseite getragen. Das Ordenszeichen der Zweiten Klasse ist der Gestalt und Größe nach dem Ordens­zeichen der beiden anderen Grade gleich. Nur ist das Kreuz aus Silber und erscheinen Im Durchmesser von ca. 80 mm. 40 Zur Masche gefaltet. 29

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