Walter A. Schwarz: „Vergänglicher Glanz…“, Altösterreichs Orden

Einführung in die Geschichte der Orden und Ehrenzeichen - 6. Der kaiserlich-österreichische Franz Joseph-Orden

nen Eichenlaubkränzen und ebenso vielen, von der eisernen Krone überragten ver­schlungenen Kursiv-Buchstaben F. P. (FRANCISCUS PRIMUS). Am mittelsten, etwas größeren und kreisrunden Eichenlaubkranz, durch den von unten nach oben gesteckt sich ein Palm- und ein Eichenzweig kreuzen, hängt das Ordenskleinod. Die Ritter der 2. Klasse trugen das Ordenszeichen am schmäleren Band um den Hals, die Ritter 3. Klasse am zum Dreieck gefalteten Band auf der linken Brustseite. Auch zu diesem Orden gab es ein Ordenskostüm, welches in blauer, gelber und weißer Farbe gehalten war. Der Rock wurde aus gelbem mit weißem Taft gefütter­tem Samt gefertigt und durch eine bequastete Silberschnur zusammengehalten. Seine Ränder waren abwechselnd mit silbernen eisernen Kronen und silbernen run­den Eichenlaubkränzen bestickt. Dazu trug man weiße Beinkleider sowie weiße, samtene, vorne geschlitzte und gelb unterlegte Schuhe. Dazu wurde ein zweischnei­diges Schwert sowie ein blausamtenes, mit Silberschnüren und Straußenfedern verziertes Barett getragen. Der aus blauem Samt gefertigte Mantel ist wie der Rock mit reicher Silberstickerei versehen und läuft bei den Rittern 1. Klasse in eine Schleppe aus. Auf dem Mantel ist der gestickte Stern des Ordens (Crachard) aufge­näht. Bei den Rittern 2. Klasse reicht der Mantel bis zum Boden, bei den Rittern 3. Klasse bis zur halben Wade. 1860 erfolgte die Einführung der „Kriegsdekoration“, 1908 die der „Kleinen De­koration“, 1916 die Stiftung der Schwerter, 1917 die Einführung der „Kleinen De­koration“ auch für die zweite Klasse des Ordens und 1918 die Bestimmung, dass die zweite und dritte Klasse des Ordens auch ein zweites Mal verliehen werden konnte. Auch bei diesem Orden sind die Vorrechte der Nobilitierung 1884 aufgeho­ben worden. 6. Der kaiserlich-österreichische Franz Joseph-Orden Kaiser Franz Joseph I. stiftete am ersten Jahrestag seiner Thronbesteigung, dem 2. Dezember 1849, diesen Orden. Wie dem kaiserlichen Patent vom 25. Dezember 1850 zu entnehmen, war der Kaiser Von dem Wunsche geleitet, ausgezeichnete Verdienste, ohne Unterschied des Stan­des, durch eine öffentliche Anerkennung zu ehren und in der Absicht, alle Classen der Staatsbürger zu gemeinnützigem, segensreichem Wirken für das große Vaterland auf- zumuntem und zu bestärken, [...].35 Es sollte der einzige Orden bleiben, den Franz Joseph I. während seiner 68- jährigen Regentschaft gestiftet hatte. Großmeister war der regierende Kaiser Öster­reichs. Der Orden teilte sich zuletzt in Großkreuze, Komture mit Stern, Komture, Offiziere und Ritter. Das Ordenszeichen ist ein rot emailliertes schmales goldenes Kreuz, in der Mitte gedeckt durch einen weißen Schild mit den goldenen Initialen F.J. (Franciscus Jo­sephus). Zwischen den Kreuzarmen ist der goldene schwarz emaillierte gekrönte Vgl. RGBl Nr. 24 v. 6. Februar 1851. 27

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