Walter A. Schwarz: „Vergänglicher Glanz…“, Altösterreichs Orden

Einführung in die Geschichte der Orden und Ehrenzeichen - 2. Der Militär-Maria Theresien-Orden

zieht (das alte österreichische Wappen darstellend). Diesen Mittelschild umgibt ein weiß emaillierter Ring mit dem Ordenswahlspruch in Gold: „FORTITUDINI“ (Der Tapferkeit). Der rückseitige Mittelschild zeigt die verschlungenen Buchstaben M T und F. (Maria Theresia, Franz). Das Ordensband ist rot-weiß-rot. Die Ritter trugen den Orden auf der linken Brustseite oder im Knopfloch, die Kommandeure um den Hals, die Großkreuze an einem 10 cm breiten Band von der rechten Schulter an der linken Hüfte; zu letzterer Dekoration gehörte auch der Stern, welcher ohne Band auf der linken Brustseite getragen wurde. Derselbe hat die größer gehaltene Form des Ordenskreuzes, statt des weißen Emails Brillantie- rung und hinter den Kreuzarmen zeigt sich ein goldener, grün emaillierter Lorbeer­kranz. Bis gegen die Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Ordenssterne gestickt und auf der Uniform oder dem Zivilkleid aufgenäht. Dem Kaiser als Großmeister des Ordens blieb es Vorbehalten in ganz besonders seltenen Fällen Kleinode auch mit Brillanten besetzt zu verleihen. Dies geschah insgesamt nur in sechs Fällen. Dies waren drei Verleihungen des Großkreuzes (1789 Feldmarschall Gideon Ernst Freiherr von Loudon, 1794 Feldmarschall Josias Prinz zu Sachsen-Coburg- Saalfeldt, 1843 Feldmarschall Erzherzog Carl) sowie drei Verleihungen des Ritter­kreuzes (1899 General der Kavallerie Leopold Graf Sternberg, 1903 General der Kavallerie Johann Ritter von Appel, 1909 General der Infanterie Géza Fejérváry de Komlós-Keresztes). Unter den bis 1931 1240 promovierten Personen befanden sich neun Offiziere, die alle drei Klassen dieses Ordens erhielten. Es waren dies Feldmarschall Joseph Freiherr von Alvintzy de Berbereck, Feldzeugmeister Johann Peter Freiherr von Beaulieu de Marconnay, Feldmarschall Joseph Johann Graf Ferraris, Feldzeugmeis­ter Friedrich Wilhelm Fürst Hohenlohe-Kirchberg, Feldzeugmeister Maximilian Graf Baillet de Latour, Feldmarschall Johann Joseph Fürst Liechtenstein, souverä­ner Fürst und Regent des Hauses Liechtenstein-Nikolsburg, Herzog zu Troppau und Jägerndorf, Feldmarschall Carl Clemens Graf Pellegrini, Feldmarschall Joseph Graf Radetzky de Radetz und Feldmarschall Carl Philipp Fürst zu Schwarzenberg, Her­zog von Krumau. Auch Ausländer konnten in den Orden aufgenommen werden. So finden sich in den Listen der Mitglieder dieses Ordens zahlreiche russische und englische Offiziere. Nach dem Tode eines Ordensmitgliedes musste der Orden zurückgestellt werden und wurde von der Ordenskanzlei wieder ausgegeben. Die Ordensritter und deren Witwen erhielten Ordenspensionen. Am 11. Februar 1886 wurde über Initiative des Kronprinzen Rudolf entschieden, dass in Hinkunft alle zurückgestellten Ordenszei­chen repräsentativ im Heeresmuseum zu Wien aufbewahrt werden sollen. Am 3. Oktober 1931 beendete das Ordenskapitel endgültig seine Tätigkeit. Statutenwid­rig ist es im Jänner 1944 in Ungarn durch den ehemaligen k. u. k. Vize-Admiral und damaligen Reichsverweser Nikolaus v. Horthy de Nagybánya zu einer Verleihung des Ritterkreuzes an Generalmajor Ladislaus Oszlanyi gekommen. Mit dem Tode 22

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