Walter A. Schwarz: „Vergänglicher Glanz…“, Altösterreichs Orden
Einführung in die Geschichte der Orden und Ehrenzeichen - 2. Der Militär-Maria Theresien-Orden
Don Juan, Graf von Barcelona (*1913, 11993). Chef und Souverän 1941-1975. König Juan Carlos (*1938). Chef und Souverän seit 1975. 2. Der Militär-Maria Theresien-Orden Der höchste militärische Orden der k. u. k. Monarchie wurde von Kaiserin Maria Theresia nach dem ruhmvollen Sieg des Feldmarschalls Leopold Graf Daun bei Kolin am 18. Juni 1757 gestiftet. Die von Kaiser Franz I. am 12. Dezember 1758 erlassenen Ordensstatuten und die kaiserlichen Verordnungen vom 21. Oktober 1878 und 8. März 1895 mit Erläuterungen und Ergänzungen der Statuten waren im „Anhang zum Dienstreglement für das k. u. k. Heer“ enthalten. Kurz nach der Schlacht erhielten durch Kabinettsorder Herzog Karl von Lothringen und Feldmarschall Graf Daun die ersten beiden Großkreuze des Ordens. Bei der ersten feierlichen Promotion des Ordens am 7. März 1758 wurden zwei weitere Großkreuze und 14 Ritterkreuze verliehen. Ursprünglich hatte der Orden nur zwei Klassen, das Großkreuz sowie das Klein- oder Ritterkreuz. 1765 erweiterte Kaiser Joseph II. den Orden um die Klasse des Kommandeurs und fügte den Großkreuzen einen auf der linken Brust zu tragenden Stern hinzu. Der jeweilige Regent des Erzhauses Österreich war Chef, Oberhaupt und Großmeister dieses Ordens. In diesen konnten alle Offiziere, ohne Rücksicht auf Rang, Religion und andere Umstände, für militärische Verdienste aufgenommen werden. Der Orden sollte aus so vielen Großkreuzen und Rittern - seit 1765 auch Kommandeuren - bestehen, als sich für diese Klassen würdig machten. Anspruch auf diesen Orden begründeten nur jene herzhaften Taten vor dem Feind, die jeder Offizier von Ehre, ohne den geringsten Vorwurf hätte unterlassen können, die aber dennoch mit ausgezeichneter Klugheit, Tapferkeit und aus freiwilligem Antrieb unternommen wurden. Gleichen Anspruch begründeten kluge, für den Kriegsdienst ersprießliche Ratschläge, welche Offiziere nicht nur gegeben, sondern auch mit vorzüglicher Tapferkeit ausführen geholfen haben. Die selbst geschilderte Tat musste von Augenzeugen bestätigt werden. Das Großkreuz konnte einem Armeeoberkommandanten sowie einem Armee- o- der Flottenkommandanten, der eine Hauptschlacht gewonnen oder durch eine Anzahl erfolgreich verlaufener Gefechte einen siegreichen Feldzug geführt hatte, verliehen werden. Aber auch ein Armeekommandant, der nicht selbstständig, sondern unter Leitung des Armeeoberkommandanten zum Gewinn einer Hauptschlacht in hervorragender Art beigetragen hatte, wie auch der Kommandant eines großen, sehr wichtigen Waffenplatzes (Festung), der dort einen bedeutenden Heereskörper befehligte und durch mutige Zähigkeit bei der Verteidigung der eigenen Hauptarmee wesentliche Vorteile errang, dem Feind auch schweren Schaden zufügte, konnte, wie immer der Erfolg auch sein mochte, das Großkreuz erhalten. 20