Szilágyi András (szerk.): Ars Decorativa 24. (Budapest, 2006)
Orsolya BUBRYÁK: Inter arma silent Musae - „Geheimnisse" eines Brettspiels aus dem 17. Jahrhundert
ANMERKUNGEN 1 Budapest, Kunstgewerbemuseum, Abt. Textil, Inv.-Nr. 10694. Breite (in geschlossenem Zustand): 31 cm, Höhe: 40.4 cm. Dicke: 6.6 cm. • Kővári, László: A magyar családi s közéleti viseletek és szokások a nemzeti fejedelmek korából (Die ungarischen Trachten im familiären und öffentlichen Leben sowie die Bräuche aus der Zeit der Nationalfürsten). Pest 1860, (im weiteren: Kővári 1860) 133. 1 Maros, Szilvia: Táblajátékok (Brettspiele). Iparművészeti Múzeum - Nagytétényi Kastélymúzeum (Kunstgewerbemuseum - Schlossmuseum Nagytétény), 1982/1, Budapest 1982 (im weiteren: Maros 1982), 4. - Periods in European Decorative Arts; Baroque and Rococo. Katalog zur Ausstellung des Kunstgewerbemuseums Budapest. Hrsg. von Márta Péter - István Bardoly. Budapest 1990 (im weiteren: Baroque and Rococo 1990), Kat.-Nr. 2.15 [Maros. Donka]. - Történelem-kép. Szemelvények múlt és művészet kapcsolatából Magyarországon (Geschichte Geschichtsbid. Die Beziehungen von Vergangenheit und Kunst in Ungarn). Ausstellungskatalog, Hrsg. von Árpád Mikó - Katalin Sinkó, Ungarische Nationalgalerie. Budapest 2000 (im weiteren: Történelem - kép 2000). Kat.-Nr. VII-15 [Maros. Donka]. 4 Restauriert von Katalin E. Nagy und Anikó Pataki, 1988-1989. Für ihre Hilfe bei der Anfertigung dieser Studie danke ich Anikó Pataki recht herzlich. ' Für das auf einem Spielfeld aus vier mal sechs spitzwinkligen Dreiecken zu spielende Spiel hat sich im Ungarischen die Bezeichnung „Brettspiel" eingebürgert. In den einzelnen Sprachgebieten hat dieses Spiel unterschiedliche Namen, im Deutschen heißt es Puff oder Puff-Pasch. im Französischen Trik-Trak. im Englischen Backgammon, im Ungarischen Brettspiel, und auch die Spielregeln weichen hier und dort voneinander ab (Maros 1982, 3). " Die Fürsten Esterházy. Magnaten, Diplomaten & Mäzene. Ausstellungskatalog (Burgenländische Forschungen. Sonderband XVI). Hrsg. von Jakob Perschy, Schloss Esterházy. Eisenstadt 1995, Kat.-Nr. IV. 15 [Perschy, Jakob Michael]. Das aus dem zweiten Viertel des 16. Jahrhunderls stammende Brettspiel ist mit gravierter Elfenbeineinlage und Darstellungen von Liebesszenen aus der Mythologie und der Bibel verziert (Burg Forchenstein, Inv.-Nr. K 52). ' Történelem - kép 2000, Kat.-Nr. VII-14 [Kiss. Erika]. Das Brettspiel gehörte - wie aus der Überlieferung der Familie Bethlen hervorgeht - einst dem Siebenbürger Fürsten Michael I. Apafi, was aber nicht durch historische Quellen belegt werden kann. Wie wertvoll ein solches Brettspiel war, wird gut dadurch illustriert, dass das Stück Mitte des 19. Jahrhunderts beim Erwerb eines Grundstückes als Zahlungsmittel aus dem Besitz der Familie Bethlen (Zweig Iktár) an die Prónays überging. * Budapest, Kunstgewerbemuseum, Inv.-Nr. 4777, 5012 und 77. 190 Vlg. Maros 1982. 2. 9 Wien, Kunsthistorisches Museum, Kunstkammer, Inv.Nr. 3419. Mitte des 16. Jahrhunderts. Auf der bordürenartig gestalteten Rahmenverzierung und den zum Brettspiel gehörenden Steinen sind moralisierenden Szenen aus der Mythologie dargestellt, die wahrscheinlich Jörg Breu d. Ä. oder d. J. zugeschrieben werden können. Siehe: Kaiser Ferdinand I. (1503-1564). Das Werden der Habsburgermonarchie. Ausstellungskatalog, Hrsg. von Wilfried Seipel. Kunsthistorisches Museum, Wien 2003, Kat.-Nr. X. 13 [Haag, Sabine], - Weiterhin zu diesem Kunstgegenstand und der früheren bedeutenderen Literatur dieses Themas: Jaques, Renate: Brettspiel, Brettslein. In: Reallexikon zur deutschen Kunstgeschichte II. Hrsg. von Otto Schmitt, Stuttgart 1937, Sp. 1157-1158 (1149 1167). 10 Das Kunstgewerbemuseum Budapest ist im Besitz von mehreren Brettspielsteinen, die von verschiedenen Meistern stammen, so mit Meisterzeichen versehene Stücke des Nürnberger Peter Paul Werner (1689-1777), von dem ebenfalls aus Nürnberg gebürtigen Martin Brunner (1695-1725) oder von Peter Paul Werner ( 1689-1771), aber keine dieser Serien gehört zu dem gestickten Brettspiel. Trotzdem aber bieten sie Anhaltspunkte, um sich ein Bild über die gesamte ikonographische Ordnung machen zu können. Dazu gehören zum Beispiel die an den Anfang des 18. Jahrhunderts zu datierenden Steine aus Nürnberg im Kunstgewerbemuseum, Budapest, Inv.-Nr. 5055, der gestanzte Spielstein, der nach dem Vorbild der aus Anlass der Besetzung Strassburgs im Jahre 1681 geprägten Münze mit der Inschrift Lovis le Grand Roy de France angefertigt wurde, der Spielstein, dem die Münze mit der Umschrift Da Diadema Mihi Solioq. Recede als Vorlage diente, die aus Anlass der Befreiung Wiens im Jahre 1683 zu Ehren des polnischen Königs Jan Sobieski (1674-1696) und Kaiser Leopolds I. ( 1657-1705) geprägt wurde und auf welcher der türkische Sultan vom Thron gerissen wird (Inv.-Nr. 5057). und das kleine, mit der Bezeichnung Leop. I. Imp. Rom. Semp. Aug. VI. Budam ExpugnatlAn. Chr. 1686 versehene Stück, welches nach der aufgrund der Rückeroberung Ofens (Buda) gefertigten Münze entstand (Inv.-Nr. 5050) oder der Stein, mit dem man dem Sieg Prinz Eugens von Savoyen (1663-1736) gedenken wollte, mit der Inschrift Eugenius Francisais Dux Savoyen (Inv.-Nr. 5054). Maros 1982, 2. " Camerarius, Joachim, d. J.: Symbolorum et Emblematum ex Volatilibus et Insectis desumptorum, Centuria Tertia... 1596. Norimbergae (im weiteren: Camerarius III), Nr. 10. Camerarius veröffentlichte seine Sammlung von Symbolen und Emblemen in vier Baden, die in der Zeit zwischen 1590 (dem Vorwort nach 1593) und 1604 (1605) erschienen sind. Eine Gesamtausgabe wurde erstmals 1605 von dem Sohn des Autors, Ludwig Camerarius (15781651), herausgegeben. Die Embleme sind von Hans Sibmacher gestochen, der zu dieser Zeit - was absolut nicht nebensächlich ist - auch mehrere Stickereimusterbücher in Nürnberg herausgegen hat (Sibmacher, Johannes: Schön neues Modelbuch, von allerley lustigen Modeln nachzunehen Zuwürcken und zusticken..., 1597 Nürmberg; vgl.: Schön neues Modelbuch..., Frankfurt am Main 1601; vgl.: Newes Modelbuch Jn Kupfer gemacht. .. Nürnberg 1602). i: Die hauptsächlichste Quelle war die in den 1560er