Szilágyi András (szerk.): Ars Decorativa 16. (Budapest, 1997)
SZILÁGYI András: Adalék Nádasdy Ferenc (1623-1671) műkincseinek utóéletéhez
Wert ist aber auffallend gering, es läßt sich nur als Gesamtgewicht von zwei Prunkgefäßen von bescheidenen, gar von kleinen Ausmaßen vorstellen. Die Tafelaufsätze von Straußengestalt, von denen europaweit ziemlich viele erhalten sind - unter anderen im Dresdener Grünen Gewölbe 8 (Abb. 4.) und in zahlreichen anderen Sammlungen -, sind ausnahmslos Stücke von imposanten Ausmaßen. Es hat also den Anschein, daß die Schreiber des Verzeichnisses von 1670 - zwar mit der üblichen Terminologie - eine spezielle Wiener Gewichtsangabe benutzten. Und zwar, gegenüber den traditionellen, höhere Werte, zu deren Umrechnung uns zur Zeit die nötigen Kenntnisse fehlen. Das bemerkenswerte Verfahren, zwei Kunstwerke desselben Typs in einem gemeinsamen Posten des Inventars zu verzeichnen, scheint an sich nicht viel auszusagen, wenn auch es bei Goldschmiedearbeiten selten vorkommt. Wir begegnen diesem Praxis meistens in Fällen, wo die beiden angeführten Stücke in ihren wesentlichen Merkmalen einander auffallend ähnlich sind. In diesem Zusammenhang erhält aber ein Posten des Inventars der Esterházy-Schatzkammer von 1693 besondere Bedeutung: „Duo Scyphi ex ovis Strutionum: duos Strutiones reprae sentantes, argenteo inciusi" 9 Es bedarf keiner besonderen Begründung, daß letztere Beschreibung - genauso wie die zahlreichen später wiederholten gemeinsamen Erwähnungen in den teils lateinischen, teils ungarischen Inventaren von Forchtenstein - auf die beiden bekannten, in neueren Publikationen mehrfach veröffentlichten Tafelaufsätze in Straußengestalt der Sammlung Esterházy beziehen. 10 Da es sich um auch heute vorhandene, restaurierte Werke handelt, kann man sich von der auffallenden Ähnlichkeit der Form, des Aufbaus und der Maße leicht überzeugen. (Abb. 2-3.) Darüber hinaus konnten aufgrund der Meister- und Stadtmarke auch die Entstehungszeit der beiden Stücke und auch ihre Meister bestimmt werden. Es sind Arbeiten von zwei hervorragenden Künstlern der Augsburger BarockGoldschmiedekunst, von Abraham I. Drentwett beziehungsweise Marx Merzenbach aus der Zeit zwischen 1660 und 1665 beziehungsweise aus 1665. Was im Falle des erstgenannten Meisters gesichert ist, darf auch für den zweiten angenommen werden, nämlich daß um die Mitte des 17. Jahrhunderts beide vom Obersten Landesrichter Ungarns Ferenc Nádasdy beauftragt und beschäftigt wurden. In diesem Zusammenhang lohnt es sich, darauf aufmerksam zu machen, daß das weiter oben erwähnte, unter dem Namen „Triumph des Bacchus" bekannte Prunkgegenstand ebenfalls die Meistermarke von Abraham I. Drentwett trägt. 11 In Anbetracht all dieser Umstände halten wir es für möglich, sogar für wahrscheinlich, daß die beiden kuriosen Kunstwerke ursprünglich ebenfalls zum Nádasdy-Schatz gehörten, und daß sie unter den schriftlichen Dokumenten zum erstenmal im oben zitierten Abschnitt des Wiener Inventars von 1670 erwähnt wurden. Was den Meister des kleineren „Straußeneipokals", Marx Merzenbach angeht, scheint sein Meisterzeichen auch auf einem anderen Stück des Esterházy-Schatzes auf; nämlich auf einer sechseckigen, emailverzierten Gewürzflasche, die ebenfalls durch die Vereinigung eines Materials von Seltenheitswert mit Edelmetall gekennzeichnet wird: die sechs Seiten des Gefäßkörpers sind von bräunlichroten polierten Jaspisplatten von feiner Maserung bedeckt. 12 (Abb. 5.) Es sei hier wohl bemerkt, daß eine Jaspisplatte in Längsrichtung geborsten ist - kleinere oder größere Sprünge sind an jeder Seite zu beobachten und der Längsriß nach einhelliger Feststellung der Untersuchungen nicht in der jüngeren Vergangenheit, sondern vor langer Zeit erfolgt sein muß. Das Gefäß wird im ungarisch angelegten Verzeichnis der Schatzkammer von Forchtenstein des Jahres 1725 folgendermaßen beschrieben: „Sechseckig geschnittene, in Silber gefaßte Flasche aus sehr schönem Jaspis mit goldener Schraube". 13 Vom Zustand des Stücks gibt dieses Zitat keine Auskunft. Derartige Informationen