Vadas József (szerk.): Ars Decorativa 12. (Budapest, 1992)

SZILÁGYI András: Az Esterházy-gyűjtemény 15. századi ötvösművei és a Mátyás-tradíció

sich Matthias - ausser der bereits erwähn­ten Ursache - durch einen weiteren unhcil­verkündenden Umstand veranlasst, weil nämlich im August 1479 türkische Truppen in die Komi täte Vas und Zala eingefallen waren. Wegen des zu erwartenden türki­schen Angriffs in diesem Territorium wurde die strategische Bedeutung der in der Nähe gelegenen steirischen Festung erheblich aufgewertet. Dies wollte Friedrich aller­dings nicht zur Kenntnis nehmen und hielt diese Ursache für ein neues, irreführendes, hcimtükischcs Manöver seines Rivalen. Daher wandte er sich an den Reichstag, for­derte Vcrgcltungsmassnahmcn sowie Truppen von den Reichsständen gegen den renitenten ungarischen König. Da schaltete aber auch Matthias seine Diplomatie ein. Am 7. November 1480 rief er aus dem Lager an der Save die Stände des deutschen Reiches auf, sich dem Willen des Kaisers nicht zu unterwerfen. In einem Brief warnte er sie davor, ihrem Herrscher mit Waffe beizustchen, denn dadurch würden sie ihn, den König von Ungarn, zum Verzicht auf die Fortsetzung des Kampfes gegen die Türken zwingen. 13 Die Bolschaft blieb nicht wirkungslos. Der Nürnberger Reichstag fasste den Be­schluss, eine Versöhnungsdeputation an König Matüiias abzusenden. So reisten der Eichstädter Bischof Wilhelm mitsamt zwei anderen Diplomaten zu Matthias, der sie im Februar 1481 in Radkersburg empfing. Die Verhandlungen zeitigten zwar keinen we­sentlichen Erfolg, bekanntlich sollte die Auseinandersetzung zwischen beiden Herr­schern durch päpstlichen Eingriff erst in den kommenden Jahren geschlichtet werden. Es ist indes vorstellbar, dass die Gesandschaft trotzdem "greifbare" Resulta­te brachte, da wir es für möglich halten, dass jene imposante Goldschmiedearbeit, das als Matthias Corvinus-Pokal bekannte Stück der Sammlung Esterházy, als Ge­schenk des deutschen Reichstages bei dieser Gelegenheit in den Besitz des unga­rischen Königs gekommen war. 14 Einer der bekanntesten und wertvollsten Kunstschätzc der Schatzkammer Esterházy ist jene Rundflasche aus vergoldetem Silber, die zugleich die älteste Goldschmie­dearbeit in der berühmten Familiensamm­lung ist. 15 Zuerst wird sie im Inventar von 1645 erwähnt, 16 ihre kurze Beschreibung findet sich in sämtlichen späteren Inventa­ren. Die Schriftquellen geben allerdings keine Auskunft über den Künstler, der sie angefertigt hat, wie auch nicht über ihren ursprünglichen Besitzer: nie steht neben der Rundflasche irgendein Name in den Inven­taren. Zur Zeit kennen wir keine Schrift­quelle, aus der wir etwas über die Umstän­de der Entstehungsgeschichte und über die darauffolgende Zeit erfahren könnten. Des­senungeachtet figuriert der Gegenstand seit dem Erscheinen zweier Ausstellungskatalo­ge in den 1960er Jahren bzw. seit den Pu­blikationen über die Ausstellungen 17 in sämtlichen seitdem erschienen Veröffentli­chungen als "Rundflasche des Matthias Corvinus" und wird auch in der Fachlitera­tur unter diesem Namen behandelt. Unseres Erachtens sollte die Kunstgeschichte als dringende, jedoch längst fällige Aufgabe Stellung zu dieser bereits üblich geworde­nen Benennung beziehen, und diese auf ihre wissenschaftliche Stichhaltigkeit prüfen. Als Ausgangspunkt kann festgestellt werden: die Benennung "Rundflasche des Matüiias Corvinus" halten wir für keinen Anachronismus. Im Anschluss an das Da­fürhalten früherer Forscher - vor allem von Frau Hejj, geb. Angela Détári - sind wir selbst davon überzeugt, dass das Werk zwi­schen 1470 und 1480 angefertigt worden ist, in einem Zeitraum also, der mehr oder minder mit dem zweiten Jahrzehnt der Re­gentenzeit von König Matthias identisch ist.

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