Vadas József (szerk.): Ars Decorativa 12. (Budapest, 1992)

SZILÁGYI András: Az Esterházy-gyűjtemény 15. századi ötvösművei és a Mátyás-tradíció

Es unterliegt auch keinem Zweifel, dass die Flasche schon wegen ihres ungewöhnlichen Ausmasses und ansehnlichen Gewichts bereits zu ihrer Entstehungszeit einen be­sonderen materiellen Wert bessas. Daher ist es also angebracht, wenn die Forschung in einem bestimmten engen Kreis, unter den "gekrönten Häuptern" der Zeit nach dem Auftraggeber bzw. dem ursprünglichen Be­sitzer dieses Gegenstandes sucht. Und wenngleich es auch nicht zur definitiven "automatischen" Lösung unseres Problems führt, ist die Stellung der Frage: wo diese berühmte Goldschmicdcarbcit angefertigt worden war, eine unvermeidliche Aufgabe, um den Sachverhalt beruhigend klären zu können. Ungarische Forscher hallen sie cin­sümmig für eine ungarische Arbeit, während ausländische - deutsche - Exper­ten sie für ein Meisterwerk der Nürnberger Goldschmiedekunst halten. Beide Lager bem fen sich auf stilkritische Erwägungen, doch die Argumente der erstgenannten For­scher sind weniger überzeugend. Sic können nämlich als analoge Kunstwerke kaum einige zeitgenössische wichtige Ge­genstände aufweisen, zudem sind diese solche Werke, bei denen die ungarische Herkunft höchstens angenommen werden kann, sie ist aber bei weitem nicht generell akzeptiert, noch weniger bewiesen. Einen viel wichtigeren Vorbehalt bedeutet in dieser Hinsicht jene Akzidenz, die die ein­schlägigen Publikationen kennzeichnet, ihre Verfasser zählen ohne Bedenken solche Werke auf, die - im Vergleich mit der Flasche sowie deren Details - keinerlei ähnliche, tatsächlich relevante Formlösung zeigen. 18 Um so überzeugender ist die Argumenta­tion deutscher Forscher, vor allem Heinrich Kohlhaussens auf diesem Gebiet, der in Bezug auf unseren Gegenstand eine lange Reihe jener Werke aufzählt, die hinsichtlich der Struktur, der charakteristischen Orna­mentik oder manch technischer Lösungen tatsächlich auffallende Analogien ergeben. 19 Die überwiegende Metuticit dieser Werke ­wenngleich auch nicht sämtliche - stammen aller Wahrscheinlichkeit nach von Nürnber­ger Goldschmieden aus dem letzten Drittel des 15. Jahrhunderts. Somit kann festge­stellt werden, dass die bewährten traditio­nellen Argumente der Stilkritik für die Nürnberger Herkunft sprechen. Es lohnt sich nun, kurz auf einen weite­ren Aspekt ungarischer Forscher einzuge­hen. Sie machen auf das Fehlen des Be­schauzeichens aufmerksam, sie meinen, dass dieser Umstand die deutsche Herkunft der Flasche fraglich macht und zugleich für die ungarische Herkunft ein, an und für sich nicht sonderlich stichhaltiges Argument ergibt. Es ist doch eine Tatsache, worauf sich diese Experten auch berufen, dass die Unterbringung eines Beschauzeichens in den Werkstätten ungarischer Goldschmiede erst einige Jahrzehnte später zur Praxis ge­worden ist, als in den Städten Westeuropas. Würde es sich also um einen Gegenstand jüngeren Datums, sagen wir, aus den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts handeln, so könnte tatsächlich angenommen werden, dass dieser Gegenstand in einer Region Mitteleuropas - beispielsweise in Ungarn ­hergestellt worden sei, wo die strengen Vor­schriften der Zünfte, im Gegensatz zur all­gemein herrschenden Praxis damals in Westeuropa, weniger zur Geltung gekom­men waren. Dagegen ist es eine allgemein bekannte und neulich unzweideutig nachge­wiesene Feststellung, dass für die Nürnber­ger Goldschmiede die Verwendung der Stadtmarke 1480 vorgeschrieben wurde. 20 Doch die technischen Lösungen, die Aus­gestaltung des Fusses und des Oberteils, die zusammenhängende Reihe der dominanten Ornamentik - die konzentrische Form der Blickelmotive - sowie die charaktcrisüsche Bearbeitung der Krabben weisen eindeutig

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