Vadas József (szerk.): Ars Decorativa 12. (Budapest, 1992)

SZILÁGYI András: Az Esterházy-gyűjtemény 15. századi ötvösművei és a Mátyás-tradíció

Eine andere G nippe von einem leider ge­ringeren Umfang der aus dem 16. und 17. Jahrhundert stammenden Quellen bilden die Werkverzeichnisse über die bis heute exi­stierenden Sammlungen bzw. über je ein wichtiges und bekanntes Werk. In diesem Zusammenhang benifen wir uns auf die längst publizierten, ausführlich behandelten und aufgearbeiteten Verzeichnisse der wert­vollen Schatz- und Rüstkammer des Erzher­zogs von Tirol, Ferdinand, sowie auf die zum überwiegenden Teil noch unveröffent­lichten Inventare der Schatzkammer der Familie Esterházy in Forchtenstein. Von den als erster Stelle erwähnten Sammlun­gen, die aus dem Schloss Ambras stammen und derzeit grossenteils in Wien aufbewahrt sind, ist für uns vor allem die Rüstkammer von Interesse. Hier findet man nämlich eine Anzahl solcher Stücke, die mit illustren Persönlichkeiten der historischen Vergan­genheit verbunden sind und - laut frühen Inventaren - als Bestandteile der Pninkrü­stung dieser Persönlichkeiten tatsächlich auch ihnen gehört haben. Es stellt zwar manchmal ein auffallender Anachronismus die Glaubwürdigkeit der Mitteilungen der Inventare von Ambras in Frage, 8 doch ihre Authentizität wird von der modernen Fach­literatur, abgesehen von Einzelfällen, nicht bezweifelt. Diese Mitteilungen beziehen sich nämlich auf solche Kunstwerke, deren Anfertigung sort und Entstehungszeit mehr oder minder festgestellt werden können, diese Datienmgen und Feststellungen stehen dann im allgemeinen mit der von den geschriebenen Quellen "dokumentier­ten" Tradition im Einklang. Was die aus dem 17. Jahrhundert stam­menden Inventare der Sammlung Esterházy betrifft, so enthalten sie in einer viel gerin­geren Zahl solche Informationen. Von der Verzeichnissen der Schätze von Forchten­stein brauchen in dieser Hinsicht nur das aus 1693 stammende Inventar bzw. das aus 1696 stammende Inventar erwähnt zu werden, letzteres ist fast zur Gänze mit dem erstcren identisch. Darin werden als Besit­zer bzw. Schenker etwa zwanzig historische Persönlichkeiten aufgezählt: Herrscher aus dem Hause Habsburg, Könige fremder Länder, Angehörige des ungarischen Hoch­adels aus dem 16. und 17. Jahrhundert, Prä­laten und prominente Vertreter der ungari­schen Aristokratie. Der Name des Matthias Corvinus kommt bei der Aufzählung von Goldschmiedearbeiten und Schmuckstücken lediglich einmal vor in folgendem Kontext: "Scyphus Regis Hungáriáé Matthias Corvini cum ejusdem Insignibus ac Corvo in superiori Parte Pomum depromente. A 1481". 9 Diese knappe exakte Beschreibung scheint zweifelsohne überzeugend zu sein. Es fragt sich nur, ob sie denn auch annehm­bar ist? Soviel kann allerdings festgestellt werden, dass diese Mitteilung hundertfünf­zig bis zweihundert Jahre früher unbedingt authentisch gegolten hätte, doch nicht un­bedingt Ende des 17. Jahrhunderts. Und dies um so mehr, als ein Prachtwerk der Sammlung - ein getriebener Buckelpokal von ansehnlichem Ausmass und Gewicht ­sowohl mit der Beschreibung als auch mit der Jahreszahl ohne weiteres identifiziert werden kann. Der Pokal gehört zu den ausgezeichnet­sten und am meisten publizierten Schöpfun­gen in der Esterházyschen Schatzkam­mer. 10 Von seinem Entstehungsort zeugt das Merkzeichen, und zwar jene Variante des Nürnberger Beschauzeichens, die von den Mitgliedern der Goldschmiedezunft dieser Stadt von 1480 an, etwa anderthalb Jahr­zehnte hindurch verwendet worden war. Mit dessen Hilfe können wir auch eine Antwort auf die häufig diskutierte" Frage der Datienmg des Pokals bekommen. Wir haben es mit einem spezifischen, von den Nürnberger Goldschmieden ausgestalteten

Next

/
Thumbnails
Contents