Dr. J. Nemeskéri szerk.: Die spätmittelalterliche bevölkerung von Fonyód (Anthropologia Hungarica 6/1-2. Budapest, 1963)

Auch ist es möglich, dass die Einwohnerschaft, der Umgehung sich in Fonyód - da es in der Siedlung Fonyód bereits eine Kirche gab - lediglich begraben liess. Auf jeden Fall ist es e.ne Tatsache, dass dieser Ort im 16.Jahrhundert zu einer Festung ausgebaut wurde, was nient allein durch die günstige Verteidigungsmöglichkeit bestimmt war,sondern es hat darin auch cte grössere Bevölkerungszahl der Siedlung mitgespielt . Die dritte Schicht und zu­gleich auch die letzte, aus der lie Population entstanden ist, knüpft sich an die Festung des 16.Jahrhundert s an. Die Siedlung wurde nicht nur mit Mauern und Gräben befestigt, son­dern annehmbar auch mit erwachsenen, zum militärischen Dienst geeigneten männlichen Ein­wohnern ergänzt. Da die Einwohnerschaft der Siedlung Fonyód nicht nur als Ergebnis einer normalen Ent­wicklung und Bevölkerungszunahme war, sondern es muss auch mit angesiedelten Elementen ge­rechnet werden, müssen wir sie im Hinblick auf ihre Zusammensetzung betreffs der Bewohner­schaft der Balatongegend im mittelalterlichen Ungarn immerhin für charakteristisch an­nehmen. Da uns kein entsprechendes Vergleichsmaterial zur Verfügung steht, bietet sich heute noch keine Möglichkeit diese Frage auf weitere geographische Gebiete auszubreiten. DIE METHODE DER AUFARBEITUNG Im Laufe der Aufarbeitung des Gräberfeldes von Fonyód geben 7ir die aufgenommenen Uncersuchungsangaben für jedes Individuum unter Berücksichtigung dis Grundsatzes der bio­logischen Rekonstruktion auf eigenen Tabellen bekannt. Die Tabellen mit den individuellen Angaben erteilen über den anthropologischen und biologischen Status eine übersichtliche Information. Untenstehend sind die in der Zusammenstellung der auf die Individuen bezüglichen Ta­bellen und die in der Aufarbeitung verfolgten Gesichtspunkte der Methode und die verwende­te" Zeichen beschrieben. 1. Die Grab- und Inventarnummern sind in üblicher Weise angegeben. Hierauf folgen die allgemeinen quantitativen und qualitativen RepräBentationswerte des Skel^ttfundes, in denen zwischen 1,0 - 0,0 die tatsächliche Menge und die Eignung zur Untersuchung des be­treff liehen Skeletts zum Ausdruck kommt.Diese beiden Repräsentationswerte geben vorweg In­formation über das Mass der Folgerungen, die aus dem Skelett gezogen werden können /20/. 2. Bestimmung des Geschlechts. Ausprägungsgrad der Sexualität. Die Bestimmung des Geschlechts wurde ai_s der Untersuchung von 21 Geschlechtsmerkmalen festgestellt. Diese sind die folgenden: 1.= Tuber frontale et parietale, 2. a Gla­bella, Arcus superciliaris, J. = Processus mastoi­deus, 4. = Protuberantia occipitalis externa, 5. = Squama occipitalis, b. = Margo s u p ~ a o r Lit alls, Or­bita, 7. = Arcus zygomaticus, 8. = Facies malaris, 9- = Corpus mandibulae, 10. = Trigonum mentale, 11.= Angu­lus mandibulae, 12. = Processus condyloideus, Capi­tulum mandibulae, 13. • Pelvis maior, 14. = Pelvis mi­nor, 15. = Angulut pubis, 16. = Foramen obturatum, 17. = Incisura ischiadica maior, 18. = Sacrum, 19.= Caput f e m o r i s, 20. = Linea asper a, 21. = Clavicule. Die femininon bzw. masculinen Unterschiede dieser Geschlechtsmerkmale sind mit Werten zwischen -2,0 und +2 ausgearückt. Dividieren wir die erhaltenen, nach ihren Vorzeichen summierten Werte durch die Zahl der untersuchten Merkmale, so ei geben sie den Ausprägungsgrad der sekundä­ren Geschlechtsmerkmale beim Individuum. Der Repräsentationswert drückt den Gültigkeits­grad der Geschlechtsbestimmung aus /20/. 3. Bestimmung des Lebensalters. Das Sterbealter der Kinder bestimmten wir auf Grund des Durchbruches des Milch- und des Dauergrbisses /52/. In der Zahn formel gibt die Be­zeichnung (T) den Zustand noch vor dem Durchbruch, die Bezeichnung {ij uen noch im Durcn­bruch befindlichea Zahn an. Das Lebensalter der juvenilen Altersgruppe bestimmten wir auf

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