Dr. J. Nemeskéri szerk.: Die spätmittelalterliche bevölkerung von Fonyód (Anthropologia Hungarica 6/1-2. Budapest, 1963)

unrogelmässigen Mauern au sehen. Das Hauptgebäude selbst besteht aus einem grösseren Turm von vieraickigem Grundriss, aus mehreren Räumen und einer Kirche. Zweck und Ergebnisse der Grabung. Die zwei Jahre long anhaltt .iden Grabungen gingen aus der TURCOschen Grundzeichnung aus und steckten sich die Klärung folgender zum Ziele: 1. durch völlige Freilegung des Gebäudes in der inneren Festung die Bestimmung der Grundrisszeichnur-g und der Bauperioden» 2. die Bereinigung des Befestigunt33ystems der inneren Festung; 3. Klärung des Systems des inneren und äusseren Festungsgrabens; 4, Freilegung der einen Rondelle; 5. Untersu­chung der im. Gebiete der äusseren Festung gelegenen ein bis zwei Gebäude. Im Verlauf der Ausgrabungen wurde unter anderem eine kleine Kirche erschlossen, die an der CJtseite mit Apsis, an der Westseite mit Turm, an der Nordseite mit Sakristei ver­sehen war. Der Lau aer Kirche lässt ip*ch in drei Perirden teilen. Von der ersten Perlode blieben weder architektonische noch archäologische Funde erhalten un^ auf diese kann le­diglich aus den Gebäudeteil-m der zweiten Periode geschlossen werden: öle eingebauten Zie­gel tragen alle die Spören früherer Benützung. Die in der zweiten Periode erbaute Kirche dürfte von romanischem Stil gewesen sein und lässt sich ihren Massen nacn vielmehr als Ka­pelle bezeichnen. Die Bauten der dritten Periode erfolgten im gotischen Stil. In dieser Periode wurden au 1er in früherer Zeit erbauten Kapelle das viereckige Schiff ,der Turm und die Sakristei angebaut. Im Verlauf der Ausgrabungen sind in der Kirche und um sie herum »ahlreiche Gräber zutage gefördert worden. In einen Grab befand sich ein Haarring mit S-förmiger Endaujbll­dung,waa auf die untere Grenze des Gräberfeldes, auf das 12.Jahrhundert verweist.Die über­wiegende Mehrheit der Gräber stammt jedoch aus dem 14-15.Janrhundert, dies bestätigen die in grosser Anzahl gefundenen Münzen. Der chronologischen Trennung der Gräber 3teht jedoch der Umstand im Wege, dass die Kirchs mehrere Male umgebaut und dat mehrschichtige Gräber­feld durch die Befestigungsarbeiten stark aufgewühlt und eine grosse Anzahl von Gräbern vernichtet worden ist.Hierauf varweisen auch die in einem der Festungsgräben in sekundärer Lage gefundenen zahlreichen Schädel und S'celetl reste. Im Zuge der Grabungen wvrden 166 Gräber aufgedeckt und einige aus frübir gestörten Gräbern stammende Schädel eingesauaelt. Avu diesen kamen in die Anthropologische Abteilung insgesamt 16? St. (Tafel I). Historische Zusammenfassung. In der Gemarkung der heutigen Ortschaft Fonyód uürfte im 12.Jahr 1 " undert eine kleine dörfliche Siedlung entstanden sein. Der Ort der Siedlung war von den geographischen Um­ständen bestimmt. Im Mittelalter verlief am Südufer des Balaton ein wichtiger Handelsweg in ost-westlicher Richtung. Am Gelände der heutigen Ortschaft Fonyód erstreckt*» sich von Norden nach Süden ein hervorragender Erdrücken, der mit seinem nördlichen Rand den erwähn­ten Weg berührte. Den Hüg !.l umrandet von Osten, Süden und Westen her ein zusaamienhängendes mooriges Gebiet. Dieser Ort, an d-jm man al30 im Mittelalter nur von Norden herankommen konnte, gewährte auf diese Weise einen bedeutenden Schutz für die Siedlung. Das aus der Arpadenzeit stammende Don selbst, dann die später*? Festung lag an der Ostseite des Hügel­rückens. Die Siedlung konnte bis zum Beginn des 16.Jahrrunderte ungestört gedeihen, zu dieser Zeit r-urde 3ie zu einem befestigten Ort ausgebildet und mit doppelten Festungs­mauern und -graben umzogen. In diesem Zustand bestand sie bis 1573 als im Gefolge der wie­derholten Angriffe der Türken die Festung, die Kirche und die Siedlung gänzlich verwüstet war. Das späterhin von neuem besiedelte Dorf bildete sich ein wenig nördlicher von dieser Stelle aus. Alldiese Angaben müssen wj- kennen um die Population von Fonyód richtig erläutern zu können. Diese Population dürfte vom 12.Jahrhundert bis zum 16.Jahrhundert vorauss;itzlich aus drei Schichten entstanden sexn. Zunächst müssen wir eine árppdenz**i tliche Grunde ir.­wohnerschaft voraussetzen,die die Siedlung zustande gebracht hat. Die Gräber dieser früh­zeitigen Schicht können im aufgedeckten Gräberfeld nur in einer ganz geringen Zahl vertre­ten sein, weil im Zuge der späteren Bauten und Neubestattungen in erster linie Gräber aus der frühesten Zeit gestört worden sind. Die zweite Schicht kann weniger umgrenzt werden. Durch die guten geographischen Verhältnisse der Siedlung von Fonyód scheint es jedoch wahrscheinlich zu sein, dass wir mit der allmählichen Ansiedlung von fr3mden Elementen aus der Umgegend oder möglicherweise auch aus entfrrnter gelegenen Regionen reconen müssen.

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