Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)

67 Mit ihm starb der männliche Stamm der Salier aus, und die reichen Güter desselben gingen durch die Ver­mählung Friedrich des ältern von Hohenstaufen mit der Schwester Heinrich V. nach dessen lezten Willen an dieses Geschlecht über. Wahlspruch: Mortem optare malum, liniere pejus. 20. Lothar II., Herzog von Sachsen, geboren 1075, wurde am 30. August 1125, von der Reichsversammlung unter dem Vorsize Adalberts von Bremen, fezt Erzbischof von Mainz, zum Kaiser gewählt, und am 13. September zu Aachen gekrönt. Lothar besaß Tapferkeit und Ehrgeiz, allein kein kaiserliches Herz; er fügte sich dem Papste in allen Dingen und empfing von Innozenz II. die Kaiser­krone knieend zu Lehen; und dadurch, daß der Kaiser die reichen Mathildischen Güter, über welche Streit war zwischen dem Kaiser und Pabste, diese vom Lezten zu Lehen nahm, ward er des Pabstes Vasall. Zum ewigen Gedächtniß dieses Aktes ließ der Pabst den Kniefall des Kaisers im Vatikan abbilden, mit der Unterschrift: Rex homo fit Papae. Im Jahre 1134 besiegte Lothar die Polen und Dänen. Im Jahre 1136 ging er wieder nach Italien, um Roger, König von Neapel, zu züchtigen; bei Benevent trafen seine Heeresabtheilnngen von verschiedenen Seiten zusammen, und Almafy war erobert, wo unter der Beute die Pandekten (römische Gesetze) gesunden wurden; allein Roger, der in Salerno saß, konnte nicht bezwungen wer­den. Lothar fühlte sich krank und eilte nach Deutschland zurük, doch der Tod überraschte ihn unter Wegs in einer geringen Bauernhütte zu Breitenwang bei Reute in Tirol am 3. Dezember 1137 im 13. Jahre seiner Regierung ohne Nachkommen. Er wurde in Königslutter im Braun­schweigischen, das er so wie Kaiserlautern am Rhein erbaut hatte, begraben. Lothar II. war übrigens ein frommer, gerechter Fürst und Vater der Armen; die aufgefundenen Pandekten ließ er veröffentlichen und befahl 5*

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