Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)
61 1029 besiegte Konrad die Polen, 1034 die Böhmen. Im Jahre 1032 war Rudolf, König von Burgund, gestorben, und hatte das Reich zum Erben eingesezt; troz der Ansprüche Odos Grafen von Champagne, Sohnes einer altern Tochter Rudolfs, sezte Konrad sich 1033 mit Gewalt in Genf die Krone von Burgund aufs Haupt: Konrads Strenge mißfiel den Italienern, sie trugen jenem Odo die eiserne Krone an. Konrad zog deshalb 1036 zum zweitenmal nach Italien, stellte dort zwar die Ordnung wieder her, allein Krankheiten kamen über sein Heer und Konrad kehrte selbst krank über die Alpen zurük. Im Jahre 1038 wurde der, schon im Jahre 1027 von einem Abte von Clugny verkündete Gottesfriede zum Gesez erhoben, nachdem der weise Konrad 1037 in Italien ein neues Lehengesez verordnet hatte, das bald auch in ganz Deutschland galt. Konrad starb am 4. Juni 1039 und wurde zu Speier in dem dortigen Dome begraben, zu dessen prachtvollem Baue er schon 1030 den Grund hatte legen lassen, nachdem er 14 Jahre regiert hatte. Wahlspruch: Omnium mores, tuos inprirnis observa. 17. Heinrich 111. der Schwarze, Sohn Konrads II., geboren zu Osterbeck in Geldern am 28. Oktober 1017, folgte seinem Vater auf dem Kaiserthrone, nachdem er 1027 im Alter von 9 Jahren, von den Standen Deutschlands zum Nachfolger im Reiche war erwählt worden, und entwikelte früh die Gabe eines gewaltigen Herrschers. Heinrich vermochte ganz selbstständig zu herrschen, und er that es; wie Karl der Große hielt er die Zügel deS Reichs und der Kirche in seiner starken Hand. Den ersten Kampf bestand Heinrich gegen die Polen, die er sich 1042 nach zweijährigem Kampfe mit Gewalt der Waffen unterwarf. Im Jahre 1044 bezwang er die empörten Burgunder, und heiratete, um sich die Burgunder geneigt zu machen, Agnes von Poitou, die mit den mächtigsten burgundischen Grafengeschlechtern verwandt war. In demselben Jahre stillte er die in Ungarn nach