Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)
62 Stefan des Heiligen Tode, der ohne leibliche Nachkommen gestorben war, entstandenen Unruhen. Im Jahre 1046 begab sich Heinrich auf den Römerzug und ließ sich am 25. Dezember zum Kaiser krönen. Das Schisma herrschte in der Kirche, indem die verschiedenen Parteien der Italiener zu gleicher Zeit drei Päbste aufgestellt hatten, Benedikt IX., Sylvester II. und Gregor VI. In einer großen Kirchenversammlung zu Sutri ließ er diese ab- sezen und erhob einen Deutschen, Suidger, Bischof von Bamberg, unter dem Namen Clemens II. auf den päpstlichen Stuhl, beit er nicht lange behauptete, indem er bald, wahrscheinlich an Gift, starb. Im Jahre 1051 gezwungen nach Ungarn zu ziehen, erkannte Heinrich den Andreas als König an, zwang ihn aber dem deutschen Reiche zu huldigen und eine Verfassung anzunehmen, wonach Ungarn noch jezt in Komitate eingetheilt ist. Im Jahre 1053 ließ Heinrich III. seinen 3jährigen Sohn Heinrich, nachmals der IV., auf dem Reichstage zu Tribur zum Könige von Deutschland und künftigem Kaiser wählen und am 17. Juli des folgenden Jahres vom Erzbischöfe von Köln in Aachen krönen. Im Jahre 1056 erneuerte Heinrich, König von Frankreich, seine Ansprüche aufVur- gund und Lothringen, beide Monarchen hielten deshalb eine Zusammenkunft in J-wis, bei welcher der Kaiser zum Zeichen der Fehde seinem Gegner den Handschuh hinwarf, den aber der König aufzuheben sich weigerte, und in sein Land zurükwich. In demselben Jahre erkrankte der Kaiser und starb zu Bottfeld in Sachsen, am 5. Oktober 1056, in Gegenwart des Pabstes Viktor II., in der Blüthe seiner Kraft, im 17. Jahre seiner Regierung. Unter allen deutschen Kaisern übte Heinrich III. die strengste Gewalt über Reich und Kirche; fromm, wie er war, datiren von ihm die zahlreichen Schottenklöster kn Deutschland; er ruht in der Kaisergruft zu Speyer. Wahlspruch: Qui litem aufert, execrationem in benedictionem mutat. 17. Heinrich IV., geboren am 11. November 1050, war fünf Jahre alt, und zwei Jahre früher zum Nachfolger