Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)

59 Hein rich als Sieger, ließ sich in Pavia krönen. Mein bald entstand eine Empörung, die Bürger belagerten den Kaiser, der um sich zu retten aus dem Fenster sprang und ein Schienbein brach, wovon er zeitlebens hinkte. Noch zweimal mußte Heinrich nach Italien ziehen; 1013, wo der Pabst Benedikt VIII. bei seiner und seiner frommen Gemalin Kunigunde Krönung dem Kaiser zum ersten Mal den goldenen Reichsapfel, als Sinnbild der Herr­schaft über die ganze Welt, reichte; und 1021, um die Griechen in Unteritalien zu demüthigen. Heinrich, über­aus fromm, hielt fünf Konsilien in Deutschland, und gründete das Bisthum Bamberg. Der Sage nach wollte er aus Frömmigkeit selbst Mönch werden, der Abt des Benediktiner-Klosters zu Verdun aber habe ihm, nachdem er das Gelübde des unbedingten Gehorsams abgenommen, sogleich befohlen, wieder Kaiser zu sein. Er starb nach einer 22jährigen Regierung am 13. Juli 1024 zuGrona (bem jezigen Grohnde bei Göttingen?) an der Steinkrank­heit, wurde in der Kathedrale zu Bamberg beigesezt und 1152 vom Pabst Eugen III. unter die Zahl der Heiligen versezt, wo sein Fest am 12. Juli gefeiert wird. Auf seinem Todesbette rieth erden Reichsständen, da er kinderlos starb, den fränki­schen Grafen Konrad zu seinem Nachfolger zu wählen, als den Tüchtigsten aus dem mächtigsten Geschlechte, das nach dem Aussterben der sächsischen Ottonen in Deutschland übrig blieb. Heinrich II war der Erste der den Titel Rex romanorum führte, nach der Krönung in Pavia nannte er sich König der Franken und der Lombardié, nach jener zu Rom am 21. Februar 10/4 römischer Kaiser Der Titel römischer König wurde von ihm zuerst eingeführt. Wahlspruch: Ne quid nimis. 16. Konrad 11., aus dem fränkischen Geschlechte der Salier, nach dem Rathe des lezten der Ottoneu von der allgemeinen Volksversammlung auf dem großen Blachfelde zwischen Worms und Mainz am 4. September 1024 zum Kaiser gewählt und am 8. zu Mainz gekrönt, war

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