Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)
156 und als Ersatzmann gelten, wenn einer der andern Herrn verhindert sein würde. Unter dem thätigsten Bemühen des Herrn Mahl- Schedl, überall in Tirol Filialvereine zu gründen, war das Jahr 1849 herangekommen, und es war jezt schon an der Zeit, die Statuten des Hauptvereins bekannt zu machen. Diese wurden nun jedem Bogen vorgedrukt, bestimmt die Unterzeichnungen zu den Beiträgen für den Verein aufzunehmen. Da aber, wie schon erwähnt, Mahl- Schedl auch die Landesvertheidigung mit in das Wirken des Vereins einbezogen hatte, so erließ er am 1. Februar 1849 ein zweites lithografirtes Rundschreiben an die Tiroler, in welchem er bekannt machte, daß er schon seit dem vergangenen Jahre sich mit der Bildung einer Bergbatterie beschäftige, bereit Hauptzwek die Landesver- thetdigung Tirols sein soll. Indem er in einer litho- grastrten Abbildung das Resultat seiner Bemühungen bis heran in dieser Hinsicht der Oeffentlichkeit übergab, und die von ihm erfundene Batterie zur Nachahmung empfahl, ersuchte er die wakern Patrioten, Schüzen und Sachverständige um ihren Rath zur möglichen Vervollkommnung dieser Batterie. Wir enthalten uns der nähern Beschreibung dieser Batterie, bemerken nur, daß sie aus 30 Läufen verschiedener Schwere und Größe zusammengestellt war, von denen die schwereren auf Kraren getragen wurden, die zugleich die Lavettirung dieser Bergkanone bildeten, die andern nur mittelst Auflegung auf dem Bergstoke abgefeuert werden konnten. Daß diese Erfindung wirklich ihren Werth hatte, erweist sich durch das Unheil, welches der Oberkommandant in Tirol, Feldmarschall- Lieutenant Baron Roßbach, in einem Schreiben vom 11. August 1848 an Herrn Mahl - Schedl über diesen Gegenstand in folgenden Worten fällte. „Ich sage Ihnen, daß Sie und Ihre Freunde mit der Erfindung einer leichten Bergkanonen-Batterie, und dazu auf diese Art und Weise, eine herrliche Idee entfaltet und bereits ausgeführt haben, — denn auf halbem Wege