Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)

155 dessen kräftiger und zugleich origineller Styl überall eine gemüthliche Heiterkeit und wohlwollendes Entgegen­kommen erwekte, und gleich anfangs seinem Vorschläge die Herzen der Tiroler gewann. Er trug darauf an einen Verein zu bilden, der sich über Berg und Thal verbreite, und im ganzen Lande verzweige, der aber nur kleine Beiträge leiste, wo dann die Mehrheit doch immer etwas Bedeutendes ausmachen werde. Zugleich drükte er in seinem Schreiben den Wunsch aus, daß dieser Verbin­dung der Name Radetzky-Verein gegeben werden möge, um das Andenken des greisen Helden in Tirol für ewige Zeiten zu sichern. Das Echo in den Bergen ant­wortete auf den Aufruf mit einem freudigen Ja! Ja! und Mahl-Scheol konnte nun an weitere Jnftrukzionen den­ken, den Verein zu bilden und zu gründen, .inbem er von allen Seiten bereitwillige, wohlwollende Zuschriften erhielt. Um nun dem Ganzen einen festen Bestand zu geben, glaubte Mahl-Schedl in Innsbruck eine Zentralverwal­tung des Vereins bilden zu sollen, um Einheit in die Führung des Vereins zu bringen, wozu es nöthig war, gleich mit ihm gesinnte Männer zu suchen; diese fand er in Innsbruck in vier ihm bekannten thätigen, sehr braven Männern, denen er den Entwurf zum Vereine nach sei­ner Idee vortrug, und die sich vollkommen damit einver­standen erklärten. Diese Männer waren: der k. k. Rech- nungsrath Herr R i e d e r e g g e r , der das Kassa - Amt übernahm; der k. k. Rechnungs-Offizial Herr Michael Vor hauser, welcher die Stelle des Schriftführers ver­sah; der Jurist Herr Christian Sch ärmer, ein sehr guter Schüze, der die Schießübungen und die Waffenan­gelegenheiten überwachte, indem Mahl-Schedl in dem Entwürfe, wie wir sehen werden, darauf hinwies, daß es eine der Pflichten des Vereins sein solle, seine große Aufmerksamkeit auf die Vertheidigung des Landes zu rich­ten; ferner sollte der Jurist Herr Emanuel Sterzinger die Angelegenheit der Invaliden in die Hand nehmen,

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