Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)

136 mg Karl VlH., Sohn Ludwigs XI., eben jener Ver­lobte seiner Tochter, durch Gewalt und List Annen von Bretagne, die Maren bereits durch Prokurazion ange- traut war, zu seiner Gemalin machte. Erst der Friede von Senlis 1493 sicherte ihm den vollständigen Best; der Niederlande; die Prinzessin Margarethe, seine Toch­ter, wurde ihm zurükgegeben und Karl VIII. verzichtete auf die stipulirte Mitgift. Nachdem Kaiser Friedrich gestorben war, trat Mar die Regierung seiner Erblande, sowie des deutschen Rei­ches an, denen beiden er mit Kraft und Weisheit Vorstand Am I. Dezember 1493 wurde die Verlobung und am 16. März 1494 die Vermälung Maximilians mit Blanka Maria Sforza, Tochter des Herzogs Galeazzo von Mai­land, gefeiert; die Braut brachte dem Kaiser außer einer bedeutenden Aussteuer von 300,000 Dukaten an baarem Gelde, auch für die Zukunft Ansprüche auf die Lombardié mit. Um stch in seinem schweren Regierungsgeschäfte zu erleichtern, legte er die Regierung der Niederlande 1494 tit die Hände seines Sohnes Philipp, der zu Löwen die Huldigung der Stände empfing Unruhen wegen Geldern hielten den Kaiser zurük in den Niederlanden, er konnte daher seinen ersten Reichstag erst auf den 2. Februar 1495 bestimmen, für welchen Tag er die Stände des Reichs nach Worms berief. Inzwischen hatte König Karl VIII. von Frankreich zwischen 1494 und 95 das Königreich Neapel erobert, wo er am 22. Februar 1495 in dessen Hauptstadt seinen Einzug hie'lt. Auf seinem Marsche aus Frankreich durch Florenz und Rom hatte Karl den Beherrschern die­ser Staaten gegen ihren Willen drükende Verträge abge­wonnen; der Pabst wie der Herzog von Toskana wünsch­ten dies Joch abzuschütteln, der erstere verweigerte daher dem König Karl noch immer die Belehnung. Auch dem Kaiser Maximilian konnte die Vergrößerung der Macht Frank­reichs, des Erbfeindes der Habsburger, nicht gleichgiltig sein. Es trafen daher die Gesandten des Kaisers, des Pab- stes, des Königs von Arragonien und des Herzogs von

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