Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)

126 20,000 Mann nach Ungarn sollten geschikt werden, allein auch dieser Beschluß kam nicht zur Ausführung. Daher schrieb Friedrich auf 1467 einen neuen Reichstag nach Nürnberg aus, er selbst aber erschien auf keinem in Person; es wurde beschlossen, die 20,000 Mann sollten 1468 gestellt sein, was auch zum Theil geschah. Allein Unruhen in Böhmen machten die Verwendung dieser Truppen dorthin nöthig. Am 16. November I 468 trat der Kaiser in Beglei­tung von 500 Pferden eine Reise nach Rom an unter dem Vorwände des Kreuzzuges; sein Hauptzwek aber war, den Pabst zu bewegen, ihm und seinem Sohne Maximilian die Thronfolge in Böhmen und Ungarn nach dem gegen­wärtigen Regenten zu sichern, was ihm jedoch der Pabst abschlug; dagegen gewährte Paul II. dem Kaiser am 18. Januar 1469 die Errichtung eines erzbischöflichen Sizes in Wien. König Georg von Böhmen, der bei seiner Wahl sich zum katholischen Glauben bekannt hatte, hielt es doch heimlich noch mit den Utraquisten, dieß veranlaßte große Streitigkeiten mit dem Pabste, der den König Georg unter dem 29. März 1463 mit dem Kirchenbann belegte, und da Georg seine Vorliebe gegen die Kalirtiner immer deut­licher zeigte, so erklärte ihn Pabst Pius II. — Aeneas Sylvins Piccolomini, früher Geheimschreiber Kaiser Frie­drichs, dann Bischof, dann Kardinal, endlich am 19. August 1458 zum Pabst erwählt — als Kezer aller seiner Wür­den und Länder verlustig. Da Georg, statt sich reuig zu unterwerfen, auf eine neue Untersuchung der hustitischen Lehre drang, so wurden zwei Abtheilungen der gegen die Türken bestimmten Kreuzsoldaten über die böhmische Grenze geschikt, doch sie wurden geschlagen. Pabst Paul II , Nach­folger des am 15. August 1464 gestorbenen Pabst Pius II., erneuerte nun am 23. Dezember 1466 den Kirchenbann und forderte gemeinschaftlich mit dem Kaiser auf dem Reichs­tage zu Nürnberg die deutschen Stände zum Reichszuge gegen Böhmen auf. Friedrich hatte in seinen eigenen Län-

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