Radek Tünde - Szilágyi-Kósa Anikó (szerk.): Wandel durch Migration - A Veszprém Megyei Levéltár kiadványai 39. (Veszprém, 2016)
1. Landschafts- und Gemeinschaftswandel als Folge von Migration - Márkusáé Vörös, Hajnalka: „Sage mir, wo unsere Wohnstätte wohl sein wird...” - Organisierte, spontane und notgedrungene Migration im Bakonygebirge und auf dem Plattenseeoberland im 18. Jahrhundert
42 Márkusné Vörös, Hajnalka: Organisierte, spontane und notgedrungene Migration Bauern konnten die Wälder auch anderweitig für sich nutzen: für Holzfällen und Kalkbrennen, als Weide, für Imkerei und Jagd (Boross 2012: 83-100). Obwohl die Esterházys als erste katholische, deutsche Siedler auf ihren Gütern ansiedelten - ab 1714 in Oßlop/Bakonyoszlop, ab 1722 in Tesier/Acs- teszér und Jierot/Gyirót aus dem Komitat Wieselburg/Moson und Niederösterreich (Lichtnecker 2009: 141-149, 261-262), kann ihre Religionspolitik bis Mitte des 18.Jh.s als eher tolerant bezeichnet werden. Sie setzten sanftere Methoden bei der Rekatholisierung ein: Sie stifteten Kirchen und Altäre, unterstützten Wallfahrtsorte (u.a. Csatka) oft in Ortschaften mit kalvinistischer Mehrheit. In Csesznek und Laßl/Bakonyszendäszlö versuchten sie mit Hilfe der Franziskaner die Gläubigen für den Katholizismus zu gewinnen. Auf dem Cseszneker Gut änderte sich die Beziehung zu den Protestanten nach 1746. Im Winter 1746 ist der letzte Burgherr, Ferenc Esterházy, gestorben. Da er keine Kinder hatte, haben die Nachkommen seines Onkels das Gut geerbt: der Bischof von Neutra/ Nyitra (slowak. Nitra), Imre Esterházy, und seine 4 minderjährigen Cousins, Gábor, Ferenc, Imre und Dániel.10 Obwohl das Erbe aufgeteilt wurde, verwaltete der Bischof Imre Esterházy (1746—1763) das Gut bis zu seinem Tode. Er setzte die protestantische Bevölkerung seiner Dörfer durch seinen Verwalter unter Druck. Laut der damaligen Visitationsprotokolle hat er die protestantischen Pfarrer zum Wegziehen gezwungen, in Sengral/Szentkirály wurde verhindert, dass anstelle des verstorbenen Pfarrers ein neuer angestellt wurde (Hudi 2002: 285-288) - wir wissen jedoch nichts vom Wegziehen der Einwohner. Nachdem der Neutraer Bischof Imre Esterházy verstorben war (1763) und die anderen Erben volljährig geworden waren, trat jeder von ihnen sein Erbe an.11 Gábor Esterházy, der Besitzer von Sengral/Szentkirály, LaBl/Szendász- ló, Sombarthell/Bakonyszombathely, Lokut/Lókút und Tesier/Ácsteszér hat nach 1769 in einen Teil der von Ungarn bewohnten Ortschaften Deutsche angesiedelt, sodass die Siedlungen Németszentkirály (’DeutschsengralJ, Német- szendászló (‘Deutschlaßl*) und Németszombathely (TDeutschsombarthelT) gegründet wurden, die bis zum 19.) h. von den ungarischsprachigen Ortsteilen getrennt verwaltet wurden. Imre Esterházy (1722—1792), einst Reitergeneral, ab 1777 Obergespan des Komitats Veszprém, hat die Gebiete Réde, Jierot/Gyirót, 10 Slovenske Narodni Archiv, Pressburg/Pozsony (SNA), Archiv der Familie Esterházy von Csesznek, I. geordnet nach Muraközy: fase. 35. nr. 35. (Klassenbrief der Familie Esterházy, Pressburg/Pozsony, 27. Oktober 1747). 11 Slovenske Narodni Archiv, Pozsony (SNA), Archiv der Familie Esterházy von Csesznek, I. geordnet nach Muraközy: fase. 43. nr. 7. (Klassenbrief der Familie Esterházy zwischen János und Dániel bezüglich des Guts von Csetény am 20. Mai 1765).