Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 36. (1983)

SCHÖDL, Günter: Zur Forschungsdiskussion über alldeutsch-deutschnationale Politik in der Habsburgermonarchie und im Deutschen Reich

456 Literaturberichte gesdatums, selbst wenn die Urkunde ein solches enthält; Ortsangaben er­folgten in keinem Fall. Es fehlen Kopfregesten. Manchen Stücken ist eine ausführliche, sich mitunter über mehrere Seiten erstreckende Vorbemer­kung mit inhaltlichen Erläuterungen vorangestellt, die — was sehr zu begrüßen ist — in deutscher Sprache verfaßt wurden. Ortsnamen allerdings wurden grundsätzlich auch im deutschen Text nur in ungarischer Version verwendet, was manchmal einen österreichischen Leser befremdet (S. 375: „Ladislaus V. begab sich nach seiner Befreiung aus der Gefangenschaft durch Friedrich III. nach Pozsony ...“). Über die von den Monumenta- Usancen wesentlich abweichenden Editionsgrundsätze finden sich auf Seite 35 kurze Informationen. Ohne deren genaues Studium ist das Ver­ständnis der Editions-Anlage schlechterdings unmöglich. Aus der Zeit der Planung der Erläuterungen in lateinischer Sprache blieben die einlei­tenden Siglen erhalten: Unter „Litt.“ findet man die Angabe der Über­lieferung, im allgemeinen werden nur Originale und Transsumpte ver­zeichnet; nur wo diese fehlen, wurde auch kopiale Überlieferung heran­gezogen. Bei den Originalen werden Provenienz und Beschreibstoff ange­geben, manchmal auch die Befestigungsart der Siegel. Größenangaben und Siegelbeschreibungen fehlen, ebenso Hinweise auf Abbildungen, Kanzlei­vermerke wurden manchmal verzeichnet. Von allen nicht im Ungarischen Staatsarchiv Budapest (dessen Sigle OL fehlt im Abkürzungsverzeichnis, es erfolgte lediglich ein entsprechender Hinweis S. 73 bei dem ersten Text) aufbewahrten Originalen wird die Mikrofilm (?)-Signatur des Ungarischen Staatsarchivs zusätzlich vermerkt. Es folgen weiters Angaben über Druk­ké („Ed.“) und ausgewählte Literatur („Comm.“). Archivbezeichnungen und -Signaturen dürften aus unterschiedlichen Zei­ten stammen. So werden z. B. für das Wiener Haus-, Hof- und Staats­archiv, von dem die Nummern 1351 Dezember 11, 1384 Juni 22, 1435 März 8 und 1439 Septemper 17 im Jahre 1927 (das Datum wird nicht an­gegeben) an das Ungarische Staaatsarchiv ausgeliefert worden sind, die Bezeichnungen „Wiener Geheimes Hofarchiv“, „Wiener Staatsarchiv“ verwendet. Das Original der ständischen Urkunde vom 30. Mai 1439 befindet sich als einziges der hier gedruckten Stücke heute noch im Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchiv, allerdings nicht unter der alten Signatur Ungar. Urkunden Nr. 96, sondern unter dem Datum in der chronologischen Allgemeinen Urkundenreihe. Die ehemalige Ungar. Ur­kunde Nr. 96 ist ein Rentenbrief des Königs Sigmund für Albrechts IV. Witwe Johanna vom 1406 Mai 11; das gemeinte Stück trug ehemals die Signatur Ungar. Urkunden Nr. 153. Die mangelnde Zitierung neuer Si­gnaturen ist deshalb unverständlich, weil laut Auskunft von S. 431 im Jahre 1963 in Wien Überprüfungen durchgeführt worden sind. Für die mühsame Art der Benützung der vorliegenden Texte entschädigt wenigstens zum Teil ein (erst für den Vertrieb im Westen angefertig­tes?) der Edition beigebundenes Register der Orte (dreisprachig), Personen und Sachen von Ferenc Csóka (441—491). Trotz seiner Unvollkommenhei-

Next

/
Oldalképek
Tartalom