Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 25. (1972) - Festschrift für Hanns Leo Mikoletzky

PACH, Sigmund Paul: Zur Geschichte der Handelsbeziehungen zwischen Österreich und Ungarn im 15. und 16. Jahrhundert

Zur Geschichte der Handelsbeziehungen zwischen Österreich und Ungarn im 15. und 16. Jahrhundert Von Sigismund Paul Fach (Budapest) Aus dem umfangreichen Problemkreis — dessen spätere Entwicklung in gewissen Aspekten auch die Aufmerksamkeit des hochgeschätzten Jubilars auf sich gezogen hat 4) — möchten wir diesmal bloß eine einzige Frage anschneiden: Wir wollen Ungarns westlichen Tuchimport* 2) um die Mitte des 15. und um die Mitte des 16. Jahrhunderts einer vergleichenden Untersuchung unterziehen. Die Auswahl beider Zeitpunkte findet in den Quellengegebenheiten ihre Begründung. Es haben sich nämlich von den wichtigsten Quellen der älteren Geschichte des ungarischen Außenhandels, von den sogenannten Dreißigstzollbüchern 3 4), nur sehr wenige bis auf unsere Zeit erhalten. Er­halten haben sich aber glücklicherweise das Dreißigsteinnahmebuch der Stadt Preßburg (Pozsony, Bratislava) aus dem Finanzjahr 1457—58 4), einer Stadt, die im westlichen Außenhandel eine hervorragende Rolle gespielt hatte, — und die Einnahmebücher des Hauptdreißigstamtes Preßburg, seiner Filialen und anderer Stellen, insgesamt 19 Dreißigstämter der westlichen Grenzscheide, aus dem Kalenderjahre 1542. Das Dreißigst- buch von Preßburg ist bereits Anfang unseres Jahrhunderts von F. Ko- váts einer gründlichen statistischen Bearbeitung unterworfen worden5); 1) Vgl. Hanns Leo Mikoletzky Die Anfänge der Industrie und der Staatsfinanzen Österreichs im 18. Jahrhundert in Xlle Congrés International des Sciences Historiques. Rapports 4 (Horn—Wien 1965) 191-—200. 2) In unseren Ausführungen behalten wir den üblichen Ausdruck „Tuch“ bei, obwohl darunter nicht nur Tuche im alten Sinne des Wortes, sondern auch neuere Schafwollstoffarten gemeint sind. — Vgl. Walter Endrei Középkori angol textil-importunk gyapjúszövetei [Die Schafwollstoffarten des ungari­schen Textilimports aus England im Mittelalter] in Századok 104 (1970) 288. 3) Wie der Dreißigst zum Wertzoll des ungarischen Außenhandels gewor­den war, erörtert Sándor Domanovszky A harmincadvám eredete [Die Herkunft des Dreißigstzolls] (Budapest 1916). 4) Von Ende April 1457 bis Ende April 1458. 6) Ferenc Kováts Nyugatmagyarország áruforgalma a XV. században a pozsonyi harmincadkönyv alapján [Der Warenverkehr Westungarns im 15. Jahrhundert auf Grund des Preßburger Dreißigsteinnahmebuches] (Buda­pest 1902).

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