György, Josef: Die Goethe-Sammlung Balthasar Elischers in der Bibliothek der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (A MTAK kiadványai 39. Budapest, 1963)

übernahm die Leitung des Geschäftes und setzte alles daran, dem jungen Balthasar die Fortsetzung seines Studiums zu ermöglichen. 2 7 Balthasar Elischer begann die Studien am weitberühmten Kollegium der histori­schen alten Stadt Eperjes, die vom XV. Jahrhundert an eine bedeutende Pflegestätte der Kultur des ungarländischen Deutschtums war. 27 a Das alt-ehrwürdige evangelische Kollegium bildete den geistigen Mittelpunkt im Leben der Stadt; es wurde von den zwanziger Jahren an in stets zunehmender Anzahl von ungarischen Jünglingen besucht, die nach Eperjes kamen, um sich die deutsche Sprache anzueignen, hier aber auch einen ungarischen Selbstbildungsverein gründeten und die Söhne der deutschen Patri­zierfamilien in ihren Kreis zogen. Aus dem Eperjeser Kollegium gingen bedeutende Vertreter der neuen ungarischen Intelligenz hervor: Franz Pulszky (1814—1857), Emme­rich Henszlmann (1813-1888), Paul Hunfalvy (1810-1891) ( Friedrich Kerényi (1822—1852), Daniel Irányi (1822-1892) und August Greguss (1825-1882). 2 8 All dies Namen, die später in der Literatur, der Wissenschaft oder im öffentlichen Leben rühmlich bekannt wurden. Seine Studien setzte Balthasar Elischer in der Heimatstadt Eperjes an der Rechts­akademie des Kollegiums mit vorzüglichem Erfolg fort; das Absolutorium erhielt er im Juli des Jahres 1837. 2 9 Philosophie und ungarische Literatur hörte er bei dem ausgezeichneten Professor Andreas Vandrák, 3 0 Geschichte bei Friedrich Schulek, 31 die Jura bei Andreas Csupka, 3 2 Theologie bei dem hochangesehenen Rektor des Kollegiums, Anton Ludwig Munyay. 3 3 Nach Abschluss der Studien praktizierte Elischer beim Komitat, vom August 1837 bis zum August 1838, 3 4 dann verhess er das Elternhaus, zog nach Pest und wirkte von September 1838 bis Ende Mai 1839 als Rechtsanwaltspraktikant an der Seite von Sigmund Karlovszky, Advokat an der königl. Kurie, zu dessen vollkommener Zufrie­denheit, die er sich auch durch sein „sanftes und gutes Benehmen" verdient hatte. Elischer war damals beeideter Schriftführer an der Pester königlichen Tafel und Hörer der Rechte. 3 5 Von November 1839 bis August 1840 setzte er sein Praktikum 27 Auf diesem Wege sage ich Frau Dr. Tibor Szelényi, geb. Edith Elischer herzlichen Dank für die Hilfe, die sie mir durch Mitteilung wertvoller Angaben über die Familie Elischer ange­deihen liess. 27/a Pukánszky, Béla v. : Geschichte des deutschen Schrifttums in Ungarn. Müster, 1931. S. 72., 149., 264. 28 Pukánszky, Béla v. : Balthasar Elischer und seine Goethe-Sammlung. Deutsch-Ungarische Heimatsblätter (DUHB). IV. Jahrg. S. 180—210. 29 Von den vorzüglichen Leistungen und geistigen Fähigkeiten Balthasar Elischers setzen uns auch seine in der Goethe-Sammlung befindlichen Schulzeugnisse in Kenntnis. In der, die Charakteristik enthaltenden Rubrik des Abschlusszeugnisses steht zu lesen: „Juvenis felicis ingenii literarum et recti honestique amans, qui de meliori commendetur dignus". Die Klassifizierung lautet: „Classis in Literis: Eminentiam, in Moribus: Classis prima e primis". In der auf die Ab­stammung bezüglichen Rubrik steht: „Confessionis Hungarus". Die Zipser Deutschen nannten sich schon von altersher „Teutsch-Hungarus". 39 Andreas Vandrák (1807—1884), namhafter Lehrer und Philosoph, wiederholt Rektor des Eperjeser Kollegiums, seit 1847 korrespondierendes Mitglied der Ungarischen Akademie. Anläss­lich seines 25 jährigen Dienstjubiläums im Jahre 1858 feierte ihn Johann Arany in einem Gedicht: Tanári jubileumra [Auf das Jubiläum eines Lehrers], Arany János Összes művei Budapest 1951. 1. Bd. S. 284. 31 Friedrich Schulek (1802—1850), ord. Professor der Geschichte und der Mathematik. 32 Andreas Csupka (1797—1851), berühmter Rechtslehrer, im Jahre 1850 Gerichtsassessor des Komitats Sáros. 33 Anton Ludwig Munyay (1787—1849), Professor der Theologie, mehrere Jahre hindurch Rektor des Kollegiums. 34 Laut des von Stefan Kapuváry Кару, Obernotär des Komitats Sáros am 21. Aug. 1838 ausgestellten amtlichen Zeugnisses. GS. 35 Bescheinigung von Sigmund Karlovszky. GS. 14

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