Szentmihályi Imre: Hetés és Lendvavidék néprajzi sajátosságai - Zalai Gyűjtemény 7. (Zalaegerszeg, 1977)
Ethnographische Eigenarten von Hetés und der Lendvagegend
IMRE SZENTMIHÁLYI: ETHNOGRAPHISCE EIGENARTEN VON HETES UND DER LEND VAGEGEND (Resümee) Hetes ist ein ungarisches Landschaftsgebiet. Die Bevölkerung von Hetes ist eine an ethnographischen und mundartlichen Eigenarten reiche ungarische ethnisches Gruppe, die an beiden Seiten der ungarisch —jugoslawischen Grenze, in der Nähe von Alsólendva (Lendava) und Lenti (Komitat Zala) lebt. Ihre Ausdehnung, der Charakter ihrer ethnischen Eigenarten und ihre Verbreitung ist umstritten. Zur Klärung dieser Fragen tragen zwei Studien bei. Die frühere Arbeit „A történeti Hetes" („Das historische Hetes"), die voraussichtlich in Nummer 2—3/1977 der Zeitschrift Ethnographia erscheint, ist neues Quellenmaterial: auf Grund historischer Daten und der Erkenntnisse der Bevölkerung dieser Gegend wird das Gebiet von Hetes genauer bestimmt. Hetes gehörte zur Domäne Asólendva und wurde von da aus im 14. Jahrhundert bevölkert. Für diese Epoche zeugen die hier häufigen Ortsbezeichnungen, die auf ,,-háza" enden. Die Domäne entwickelte sich unter Übernahme der volksüblichen Landschaftsbezeichnung Hetes auch zu einer kleinen wirtschaftlichen Einheit, zu einem sog. Gericht (villicatus, judicatus), dessen Gebiet — wie dies aus zahlreichen Konskriptionen klar hervorgeht — sich entsprechend den wirtschaftlichen Ansprüchen des Gutes gestaltete. Das Hetéser Gericht wird in der Zeit von 1509 bis 1802 in vielen Konskriptionen von Gütern (Leibeigenen) erwähnt. Bis zu Beginn des 18. Jahrhunderts hatte sich das Gebiet von Hetes „endgültig" ausgestaltet. Von 1710 an gehörten 11 Dörfer (und 4 Einzelhöfe) zu Hetes. Auch heute betrachtet das Volk — sehr einheitlich! — genau diese Siedlungen als zu Hetes gehörend. Die historische Hetes—Gegend und das vom Volk auch heute als Hetes betrachtete Gebiet (11 Dörfer zwischen den Flüssen Kebele und Lendva) sind demnach identisch. Vorliegende Arbeit untersucht, welche die für Hetes charakteristischen ethnischen Eigenarten sind, wie weit sich deren Verbreitungszone ausdehnt, ob diese mit der historischen und im Volksbewußtsein lebenden Hetes—Gegend zusammenfällt, und was zu dieser eigenartigen Entwicklung führte. Eingangs werden fünf verschiedene Auffassungen untersucht, die sich über die Hetes—Gegend gebildet haben. Von diesen ist die Ansicht zwei älterer Forscher, nämlich von Ferenc Gönczi und Bálint Bellosics besonders bemerkenswert. Gönczi betrachtet Hetes als ein Gebiet, das zwischen den Flüssen Kerka und Lendva liegt und aus 18 Dörfern besteht. Seiner Ansicht schlössen sich auch spätere Forscher an. Die Richtigkeit dieser Abgrenzung von Hetes wird von unserer Arbeit widerlegt. Bei Bellosics ist eine eigenartige Dualität zu beobachten. Früher meinte er, daß Hetes nur aus 7 Dörfern bestünde, später setzt er hingegen die Zahl der Dörfer in Hetés mit 20 bis 30 an. Die Ursache lag darin, daß Bellosics klar sah: Hetés ist bloß eine eng umgrenzte Landschaftsbezeichnung, dieses kleine Gebiet besitzt keine selbständige ethnische Kultur; ist aber letztere unser Kriterium, dann ist Hetés nur ein Teil einer größeren, aus ungefähr 20 bis 30 Dörfern bestehenden Einheit der Lendvagegend (die von Ungarn bewohnte Gegend um Alsólendva, zwischen der Mur und der Kebele). Bellosics dehnte also die Landschftsbezeichnung Hetés auf die größere Lendvagegend aus. Was den Ursprung der Landschftsbezeichnung Hetés anbelangt, ist es zweifellos, daß sie von der Zahl „hét" (sieben) herrührt, und daß diese Landschaftsbezeichnung ein zusammenfassender volklicher Name für die sieben auf „-háza" endenden Siedlungen war, die im 16. Jahrhundert tatsächlich auch hier existierten. Die auf den Landschaftsnamen bezügliche Überlieferung ist demnach eine authentische historische Quelle. Hiernach werden die volkssprachlichen Beziehungen weiter untersucht. Die